Ausgabe 15: Maori im Schwabenland

Stuttgart Lindenmuseum MaoriAuffällige Gesichtstattoos kennzeichnen ihre Gesichter. Die Kriegstänze sind weltbekannt und nicht nur, durch ihr Vorführung bei Rugbyspielen. Das Lindemuseum in Stuttgart widmet nun dieser uns unbekannten und faszinierenden Kultur eine Sonderausstellung, die im Stadtgebiet mit sehr markanten Postern beworben wird. (Siehe im Bild links.)

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12. Juli 2012. Schlagwörter: , , , , . Besichtigung, Museum. Hinterlasse einen Kommentar.

Ausgabe 14: Jour Fitz (2.7.2012)

Berlin Lesung Leseabend Jourfitz TwitterLeseabende sind was tolles. Da kommen unterschiedliche Menschen zusammen und hören interessiert den Themen der Autoren zu. Doch was passiert, wenn man den verworrenen Gedanken von Twitterern lauschen soll?

Dies beantwortet unter anderem der Leseabend „Jour Fitz“ der in unregelmäßigen Abschnitten im Berliner „4010“, einer Zweigstelle eines Großverdieners der Telekommunikationsbranche, stattfindet und seine Zuschauer unterhält. (mehr …)

3. Juli 2012. Schlagwörter: , , , , , , , , . Berlin, Buch, Gedanken, Show. Hinterlasse einen Kommentar.

Ausgabe 13: Pokalerlebnisse

Berliner Pokal Berliner AK SC Gastow IckeDer Pfingstsamstag fuhr in diesem Jahr an sportlichen Highlights zwei große Ereignisse auf: einerseits wurde das Halbfinale der Handball Champions Leauge, die in Köln zwischen den Füchsen Berlin und dem THW Kiel ausgespielt. Wer allerdings die weite Anreise scheute, konnte sich im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark das Endspiel um den Pokal des Berliner Fußball Verbandes anschauen.
Hatten noch wenige Tage zuvor im fünfzehn Kilometer entfernten Olympiastadion sich die Dortmunder Borussia in einem spektakulären Endspiel gegen Bayern München durchgesetzt, wurden hier nun kleinere Brötchen gebacken.
Im Bezirk Prenzlauer Berg traf das Regionalliga-Nord Team des Berliner AK auf den SC Gatow, der in der sechsten Liga auf Punktejagd geht. Mit dem Gewinn des Berliner Pokals ist nicht nur ein Titel zu vergeben, sondern der Sieger darf in der 1.Hauptrunde der DFB-Pokalsaison 2012/13 starten – dies darf noch nicht mal Dynamo Dresden.Berliner Pokal Berliner AK SC Gastow Icke
Die Rollenverteilung war durch den Zweiklassenunterschied von vornherein klar; doch so einfach sollte es sich doch nicht ergeben. (mehr …)

31. Mai 2012. Schlagwörter: , , , , , , , , . Berlin, Fußball, Sport. 2 Kommentare.

Ausgabe 12: Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen

Ministerium für Staatssicherheit – im Volksmund „Stasi“ genannt, war in der DDR die gefürchtetste Institution und durch ihr Netz an Agenten weit verzweigt im eigenen Staat.

Stasi Hohenschönhausen Gefängnis Tür

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2. Mai 2012. Schlagwörter: , , , , , , , . Berlin, Besichtigung, Museum. Hinterlasse einen Kommentar.

Ausgabe 11: Freiheit – ein Plädoyer

Da haben wir ihn nun an der Backe, den Herrn Gauck. Jetzt ist er Bundespräsident und  hat, während ich dies hier schreibe, seinen Besuch in der Ukraine abgesagt und somit Frau Timoschenko noch ein wenig mehr Öffentlichkeit gegeben.Gauck Freiheit Buch Rezension Bundespräsident

Doch was treibt diesen Mann an, der durch die Bürgerrechtsbewegung in der DDR und dann als Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde schon im Focus der Medien stand? Warum betont er immer wieder die Wichtigkeit der Freiheit? Und wie definiert er diese? (mehr …)

26. April 2012. Schlagwörter: , , , , . Buch. 1 Kommentar.

Ausgabe 10: Der Reichstag

Das historische Berlin hatte viele Bauten, die während der Bombardierung im Zweiten Weltkrieg zerstört bzw. nach dem Krieg abgerissen werden mussten. Die unterschiedlichen Regierungssysteme in West- und Ostberlin fassten ebenfalls das kulturelle Erbe dieser Gebäude anders auf. Wurde im Westteil der Stadt einiges erhalten und wiederaufgebaut, hatte die Führung des Zentralrates eine Tilgung des kapitalistischen Gedankengutes und deren Bauten im Sinn. Vielmehr sollten neue Bauten das sozialistische Denken fördern und eine neue Zeit einläuten. Das Berliner Stadtschloss, welches viele Jahrzehnte das Bild der Mitte Berlin prägte, wurde abgerissen und durch den Palast der Republik ersetzt. Diese Bau sollte somit den Beginn einer neuen Ära einläuten – knapp vierzig Jahre schaffte es diese Regierungsform. Der Palast der Republik wurde entfernt und der geschichtsträchtige Ort wird in den nächsten Jahren mit dem Wiederaufbau des Stadtschlosses neu erschlossen. Im Westen der Stadt wollte man sich trotz der schrecklichen Kriegserinnerungen, aber auch an die Erhaltung historischer Gebäude wagen. Die Gedächtniskirche, Schloss Charlottenburg u.vm. können heute besichtigt werden und sind bei Touristen immer beliebte Ziele. Mit dem Beschluss der deutschen Bundesregierung den Sitz von Bonn nach Berlin zu verlegen, rückte ein Gebäude wieder in den Blickpunkt, dass seit Ende des 19. Jahrhunderts immer wieder der Mittelpunkt großer Veränderungen in Deutschland war: Der Reichstag. Dieses von 1884 bis 1894 erbaute Regierungsgebäude, beherbergte die Anfänge der Demokratie in Deutschland, erlebte die Machtergreifung der Nationalsozialisten im Dritten Reich und die Wiedervereinigung eines Volkes, dass trotz jahrelanger Trennung wieder zueinander finden wollte. Heute ist es der Plenarbereich der Bundesregierung wo an 20 bis 22 Sitzungswochen im Jahr die Debatten zur Regierung des Landes satt finden. Jedem Bundesbürger steht das Recht zu, dieses Gebäude zu besichtigen und ihren gewählten Vertretern somit bei der Arbeit zu zuschauen.Reichstag Berlin Wolken Deutschlandfahne (mehr …)

22. April 2012. Schlagwörter: , , , , . Berlin, Besichtigung. Hinterlasse einen Kommentar.

Ausgabe 9: Alba Berlin vs. Gießen 46ers (8.4.2012)

Berlin, Alba Berlin, Gießen 46ers, Eastside Gallery, O2-WorldWas wurde über diese Halle nicht alles geschrieben. Es wurde demonstriert. Es wurde diskutiert. Doch letztendlich wurde am Rande der ehemaligen Berliner-Mauer die O2-World mitten in eine Brache gesetzt. Zu ihren Füßen schlängelt sich ein langes Stück des ehemaligen antifaschistischen Schutzwalls, der heute ein buntes Kaleidoskop von Gemälden beherbergt und für Touristen immer eine Reise wert ist: die Eastside Galerie. Nur heute geht’s mal um Sport.
Nun liegt sie da, wie ein gestrandeter Wal und empfängt seine Besucher zur mittäglichen Basketballpartie zwischen Alba Berlin und den LTI Gießen 46ers. Dies ist im Vorfeld eher eine Begegnung der Gegensätze: Alba, der mehrmalige Deutsche Meister und Pokalsieger, hatte die letzten elf Spiele der Saison gewonnen und konnte heute das Dutzend voll machen. Diese Mannschaft von sehr guten Spielern (u.a.DaShaun Wood (MVP der letzten Saison), Heiko Schaffarzik und einige mehr) die mit einem vielfachen des Etats der Mittelhessen arbeiten können.
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9. April 2012. Schlagwörter: , , , , , . Basketball, Berlin, Sport. 3 Kommentare.

Ausgabe 8: Stuckrad Late Night

Stuckrad Late Night Christopher Lauer ZDFneo ADHA PiratenparteiZDFneo ist so etwas wie die Jugendwelle des öffentlich-rechtlichen Zweiten Deutschen Fernsehens, die in ihrem Hauptprogramm eher dem allgemeinen Jugendwahn entgegen arbeitet. Auf solch einem Kanal können viele Formate ausprobiert, etabliert, verändert und zur Reife gebracht werden. Dabei hat sich am Donnerstag Abend eine illustre Runde gefunden die von der eigenwilligen Sarah Kuttner, den Anarchokomikern Joko & Klaas bis zum intellektuell angehauchten Benjamin von Stuckrad-Barre reicht. Je später der Abend, desto niveauvoller der Gastgeber.

Die Buchung

Um Teil der Show zu sein – zumindest als Klatschpublikum – hat man die schnelle Möglichkeit, Tickets online zu erwerben. Sehr problemfrei, wenn man es nicht so mit dem Schutz persönlicher Daten hat. Trotz allem möchte man aber in die Show und was tut man nicht alles um ein wenig ins Bild zu geraten. Als Gast ist man wirklich gefragt, da ich die Bestätigung vergessen hatte, erreichte mich zwei Tage vor Aufzeichnung ein Anruf der Agentur die das Ticketing inne hat. Nobel werte Herrschaften, die Bestätigung wäre irgendwie einfacher wenn IN der Buchungsemail der passende Link parat wäre. Spart ihnen wohl Zeit und Geld.

Vor der Aufzeichnung

Die Studios liegen verkehrsgünstig, wenn man nicht fusslahm ist. Einen schicken Marsch von der S- und U-Bahnstation Warschauer Straße (von der anderen Seite geht’s ebenso schnell von der S-Bahn Treptower Park) an die allseits beliebte Mediaspree. Das Guggenheim Lab hats nicht geschafft – die Fernsehwerft schon. Hier wird ebenso das NeoParadise-Format produziert, das von den Ex-MTV-Homelern Joko & Klaas moderiert wird.
Das Publikum ist definitiv jung. Sehr jung. Leider aber wieder auch sehr Hip. Die Jutte-Taschen-Dichte ist hier bei 3-1. Club-Mate fließt in Strömen. Dafür scheinen sämtliche Second-Hand-Läden der Umgebung ausverkauft zu sein. Immerhin geben alle ihre Bild- und Tonrechte ab ohne zu fragen warum. Macht nichts, Gesichtsbuch hat sowieso schon alles gesammelt und per Sammelemail an die Produktion überstellt.
Die Verteilung des Publikums erfolgt im Casting-Jury-Style: drei Ich-Mach-Irgenwas-Mit-Medien-Gestalten schauen dich an, befinden wo du mit wem sitzen darfst (je kleiner die Gruppe desto besser) – und liebe Nerds aus der letzten Reihe: Ja, ihr müsst da sitzen. Da ist nämlich die Beleuchtung dunkel. Sehr dunkel. Pickel-Verschwind-Dunkel.
Der Warum-Uper Mike versucht alles aus der Gruppe von knapp 150 Zuschauern raus zuholen. Leider hat der Großteil kein DSDS-Niveau und tut ihm eher widerwillig den gefallen. Als der Gastgeber auftaucht ist das schon etwas anderes: wegen ihm sind wir hier. Nicht wegen Mike.
Der Namensgeber der Talk- und Entertainment-Sendung begrüßt mit sichtlicher Nervosität den Saal und freut sich auf seine achte Sendung der aktuellen Staffel („die ACHT ist meine Lieblingszahl – sie trägt taillierte Anzüge wie ich“). Mag man glauben oder nicht. Er verbreitet aber positive Stimmung, hackt ein wenig auf Bauer-sucht-Frau-Inka rum und da merkt man, es könnte ein schicker Abend werden.

Die Sendung

Den heutigen politischen Gast kennen viele internetaffine junge Menschen: aus der Piratenpartei Christopher Lauer. Sein Twitteraccount @Schmidtlepp ist sehr interessant, um die Arbeit dieser jungen und bisher erfolgreichen Partei ein wenig näher kennenzulernen.
Stuckrad und Lauer sind beide Vertreter des ironischen und hintergründigen Humors und die Pointen liegen versteckt, zünden dann doch und man amüsiert sich ordentlich. Stuckrad und sein Team haben gut gearbeitet und die Themen mit denen Lauer konfrontiert wird, fordern den Jungpolitiker stark heraus. Doch das Politikersprech des gebürtigen Bonners kommt schon durch und viele genaue Stellungnahmen bleibt er schuldig – immerhin DAS hat er in seiner Zeit im Berliner Abgeordnetenhaus schon gelernt.
Um Stuckrad nicht ganz so neunmal klug stehen zu lassen, wurden zwei Sidekicks engagiert die Muppets-Show-mäßig über allem thronen: Waldorf Schuhmacher und Stadler Feldenkirchen. Sehr gute Einwürfe der Zwei, allerdings stören sie meist den Fluss der Diskussion bzw. sind schonmal auf billige Lacher aus.
Das Benjamin von Stuckrad-Barre eher Freund des politisch-unkorrekten Witzes ist, wird im zweiten Teil der Sendung deutlich. Da er ebenso wie Lauer an ADHS leidet, wird kurzer Hand per Olympiade ausgespielt, wer die stärkere Erkrankung hat. Als Schiedsrichter darf Jakob Hein dienen, der mir als Gast bei Kurt Kroemer in Erinnerung geblieben ist – sehr sehr positiv. Stuckrad und Lauer hatten nun ihren passenden Gegenpart. Die letzten 15 Minuten waren somit für mich das Highlight der Sendung. Nicht wegen der eher peinlichen und meist unwitzigen Entscheidungsspiele, sondern wegen der Gespräche zwischen Schiedsrichter Hein und den Kontrahenten Lauer und Stuckrad-Barre. Mit dieser Konstellation hätte ich gern mehr Zeit verbracht. Doch 45 Minuten Sendung sind recht schnell vorbei. Nach der Aufzeichnung zweier Ankündigungstrailer muss man nun das Studio wieder verlassen.Stuckrad Late Night Christopher Lauer ZDFneo ADHA Piratenpartei

Was vom Tage übrig blieb

Spartenkanäle haben die Möglichkeit Format zu testen, besser zu machen und vielleicht ins Hauptprogramm zu hieven. Stuckrad Late Night wird den Weg in das große ZDF nicht gehen, allerdings ist es für sich eine geniale Sendung, die aber – wie immer – mit dem Gast steht und fällt. Doch können alle Showbeteiligten das Niveau halten, welches sie sich selbst auferlegen, dann hoffe ich noch lange Spaß an der Sendung zu haben. Vorallem sie live vor Ort genießen zu können.

30. März 2012. Schlagwörter: , , , , . Berlin, Fernsehen, Sendung, Show. Hinterlasse einen Kommentar.

Ausgabe 7: Mit Harry Potter in eine neue Zeit

Da steht er nun. In seinem ersten Film nach Harry Potter – Daniel Ratcliff. Ein wenig bleibt der Wahl der Kleidung treu, und entschloss sich in der Nach-Hogwartsära erneut den feinen Zwirn zu tragen. Das ist allerdings die einzige Gleichheit zwischen diesen zwei so unterschiedlichen Filmen.
In dem eher mystischen, märchenhaften und horroresken Machwerk  Die Frau in schwarz von James Watkins, der bisher eher genrespezifische Filme wie „The descendets 2“ und „Eden Lake“ fabrizierte, hat der Drehbuchautor und Regisseur sich den Jungschauspieler Ratcliff als Zugpferd vor den Wagen gespannt.
Dieser stellt den Juristen Harry Potter Arthur Kipps dar, der nach dem Tod seiner Frau auf dem Kindbett, sich nicht mehr des Lebens erfreuen kann. Ebenso vernachlässigt er den Sohn, der von der Nanny aufgezogen wird und seinen Daddy nur als trauriges Etwas in Bildern darstellt. Potter Ratcliff Kipps bekommt von seinem Chef den Auftrag den Besitz einer verstorbenen Dame in einer Grafschaft weitab von London aufzulösen. Dies sei seine letzte Chance – warum dies seine letzte Chance ist, wird nicht erklärt. Warum auch? Wir sind ja nicht zum denken, sondern zum gruseln in den dunklen Raum mit der großen weißen Wand gekommen. Also her mit den gruseligen Momenten!!
Der Nachlass entpuppt sich als riesiges Herrenhaus, auf einer Insel (wer baut da bitte schön?!?) mitten im Moor. Nur bei Ebbe kann die Insel erreicht werden. Natürlich gehört ein kleiner Friedhof (sic!) auf diese Insel, wo nur die ehemaligen Bewohner begraben liegen. Dafür das das Haus so alt und herunter gekommen aussieht, haben es ziemlich wenig Menschen herunter gewohnt. Sorry, hatte Logik erwartet. Dies ist mittlerweile ausgeschlossen.
Im Verlauf des Filmes werden sämtlichen Horrorklischees bedient: dunkle, verwinkelte Räume, Holzdielen die bei jedem Schritt knarzen, schemenhafte Gestalten die plötzlich da und wieder weck sind und die Thrillmusik, die zumindest die vier Mädels erschreckten, die neben mir diesen Film sehen wollten.
Das sagt aber schon alles – wenn Sie ein 13-16 jähriges Mädel in Familien- und Verwandtenkreis haben, dann machen Sie sich den Spaß und gehen mit ihr hin. Sie wird zucken – Sie werden lachen. Wenn Sie sich gruseln wollen, warten Sie auf einen besseren Film.


Im Großen und Ganzen fehlt Herrn Ratcliff seine Sidekicks Hermine und Ron (die allem Anschein nach wieder als Kinderdarsteller im nahen Dorf wohnen) um ihm seine schauspielerische Leistung voll ab zukaufen. Das gehetzte und verstörte Verhalten des ehemaligen Qudditch-Meisters, wird von ihm sehr überzeugend präsentiert. Zumal er diesen aus eigener Entzug-Erfahrung wohl kennt.

30. März 2012. Schlagwörter: , , , , . Film. Hinterlasse einen Kommentar.

Ausgabe 6: Ab in die Försterei

Montagabend. KEIN Tag um den Verein seines Herzens spielen zusehen. Zumindest, wenn man von Kindesbeinen an den Samstag als Hauptspieltag kennt. Nur macht die Frankfurter Eintracht in dieser Saison eine Ehrenrunde – verdienter Maßen nach der Rückrunde im Jahre 2012. Daher ging die Reise in die Alte Försterei nach Köpenick.
Eintracht Frankfurt, Union Berlin, Alte Försterei, DFB, Sperre, Köpenick, UltrasImmerhin kommt die Hinfahrt aus dem Norden der Hauptstadt dem ländlichen Fußballgenuss gleich: 75 Minuten einfache Strecke machen das Erlebnis „Auswärtsfahrt“ erlebbar. U-, S-Bahn und Tram rechtfertigen den Erwerb des BVG-Tickets – mit dem KFZ an den Stadtrand hätte mehr Sprit und Nerven gekostet. Am Bahnhof Schöneweide trifft man auf die ersten Eisernen-Fans, die mit den roten Klamotten einem den Weg in die richtige Tram weisen. Als Eintrachtler musste man sich heute angeblich mit der Erkennung zurück halten – dem mächtigen DFB und den pyromanischen Frankfurter Ultras sei Dank. Doch weit gefehlt, unter dem zum Schluss 16.589 zahlenden Zuschauern, sind einige Eintrachtfans auszumachen – doch ist alles recht entspannt und die Stimmung kommt doch langsam auf.
Das Schmückstück und Stolz aller Fans ist ihre Försterei. Renoviert von den Anhängern in knapp zehnmonatiger ehrenamtlicher Arbeit und mit viel Herzblut. Dies wurde vom Verein gedankt und ¾ der Tribünen sind immer noch Stehplätze und mit 12,50€ für das Ticket mehr als erschwinglich – und das bei einem Topgegner wie dem Aufstiegskandidat aus der Bankenstadt.

Das Spiel

Souverän, abgeklärt und mit Ruhe – so beschrieben es die Medien, wie sich der Verein aus dem Hessenland präsentierte. Ganz zu meiner Zufriedenheit – lange nicht mehr so entspannt live ein Spiel verfolgt. Es lies sogar zu, dass ich die komplette zweite Hälfte mich mit einem Unioner austauschen konnte, über DFB, Aufstieg und Aussichten von Berlin als Fußballstadt. Herrlich.

Eintracht Frankfurt, Union Berlin, Alte Försterei, DFB, Sperre, Köpenick, UltrasDie Aussperrung der Eintracht Fans wurde im Stadion dann sehr schnell von den Mitgereisten umgangen – mit verbaler Unterstützung der Union Fans („Die Mauer muss weg!!!“). Die Blocktore wurde vom Sicherheitsdienst geöffnet – alles friedlich. Die Berichtserstattung am Tag danach machte es nur wieder deutlich, dass zählen nicht im Geschick der Medien liegt. Sprach man in den den lokalen Medien noch von überschaubaren Zahlen ( „500 Fans“ – FR & BZ / 600 – FAZ) konnte man von 900 (BILD) bis 1000 Fans (SpOn und Morgenmagazin ARD) alles hören. Zur Abreise hatte die Polizei nichts besseres zu tun, als die Eintrachtler im Block zulassen und diese dann geschlossen in die S-Bahn zu geleiten. Diese Vorgehensweise…ich weiss ja nicht. Man kann besser mit einer solchen Situation umgehen.

Ein schöner Abend in Köpenick. Hier hatten die Union-Fans viel dazu beigetragen – dazu vielen Dank. Als Fan erlebt man es nicht alle Tage, dass erstens die Sanktionen des größten Einzelverbandes (sic!) von fast allen Anwesenden friedlich gelöst werden und zweitens, was viel beeindruckender war: Bei einer 0:4-Niederlage feiern die eignen Fans die Mannschaft und erfreuen sich daran, in der zweiten Bundesliga weiter mit dabei zu sein. Im Westen Berlins undenkbar.

 

Eintracht Frankfurt, Union Berlin, Alte Försterei, DFB, Sperre, Köpenick, Ultras

28. März 2012. Schlagwörter: , , , , , , . Berlin, Fußball, Gedanken, Sport. Hinterlasse einen Kommentar.

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