Ausgabe 8: Stuckrad Late Night

Stuckrad Late Night Christopher Lauer ZDFneo ADHA PiratenparteiZDFneo ist so etwas wie die Jugendwelle des öffentlich-rechtlichen Zweiten Deutschen Fernsehens, die in ihrem Hauptprogramm eher dem allgemeinen Jugendwahn entgegen arbeitet. Auf solch einem Kanal können viele Formate ausprobiert, etabliert, verändert und zur Reife gebracht werden. Dabei hat sich am Donnerstag Abend eine illustre Runde gefunden die von der eigenwilligen Sarah Kuttner, den Anarchokomikern Joko & Klaas bis zum intellektuell angehauchten Benjamin von Stuckrad-Barre reicht. Je später der Abend, desto niveauvoller der Gastgeber.

Die Buchung

Um Teil der Show zu sein – zumindest als Klatschpublikum – hat man die schnelle Möglichkeit, Tickets online zu erwerben. Sehr problemfrei, wenn man es nicht so mit dem Schutz persönlicher Daten hat. Trotz allem möchte man aber in die Show und was tut man nicht alles um ein wenig ins Bild zu geraten. Als Gast ist man wirklich gefragt, da ich die Bestätigung vergessen hatte, erreichte mich zwei Tage vor Aufzeichnung ein Anruf der Agentur die das Ticketing inne hat. Nobel werte Herrschaften, die Bestätigung wäre irgendwie einfacher wenn IN der Buchungsemail der passende Link parat wäre. Spart ihnen wohl Zeit und Geld.

Vor der Aufzeichnung

Die Studios liegen verkehrsgünstig, wenn man nicht fusslahm ist. Einen schicken Marsch von der S- und U-Bahnstation Warschauer Straße (von der anderen Seite geht’s ebenso schnell von der S-Bahn Treptower Park) an die allseits beliebte Mediaspree. Das Guggenheim Lab hats nicht geschafft – die Fernsehwerft schon. Hier wird ebenso das NeoParadise-Format produziert, das von den Ex-MTV-Homelern Joko & Klaas moderiert wird.
Das Publikum ist definitiv jung. Sehr jung. Leider aber wieder auch sehr Hip. Die Jutte-Taschen-Dichte ist hier bei 3-1. Club-Mate fließt in Strömen. Dafür scheinen sämtliche Second-Hand-Läden der Umgebung ausverkauft zu sein. Immerhin geben alle ihre Bild- und Tonrechte ab ohne zu fragen warum. Macht nichts, Gesichtsbuch hat sowieso schon alles gesammelt und per Sammelemail an die Produktion überstellt.
Die Verteilung des Publikums erfolgt im Casting-Jury-Style: drei Ich-Mach-Irgenwas-Mit-Medien-Gestalten schauen dich an, befinden wo du mit wem sitzen darfst (je kleiner die Gruppe desto besser) – und liebe Nerds aus der letzten Reihe: Ja, ihr müsst da sitzen. Da ist nämlich die Beleuchtung dunkel. Sehr dunkel. Pickel-Verschwind-Dunkel.
Der Warum-Uper Mike versucht alles aus der Gruppe von knapp 150 Zuschauern raus zuholen. Leider hat der Großteil kein DSDS-Niveau und tut ihm eher widerwillig den gefallen. Als der Gastgeber auftaucht ist das schon etwas anderes: wegen ihm sind wir hier. Nicht wegen Mike.
Der Namensgeber der Talk- und Entertainment-Sendung begrüßt mit sichtlicher Nervosität den Saal und freut sich auf seine achte Sendung der aktuellen Staffel („die ACHT ist meine Lieblingszahl – sie trägt taillierte Anzüge wie ich“). Mag man glauben oder nicht. Er verbreitet aber positive Stimmung, hackt ein wenig auf Bauer-sucht-Frau-Inka rum und da merkt man, es könnte ein schicker Abend werden.

Die Sendung

Den heutigen politischen Gast kennen viele internetaffine junge Menschen: aus der Piratenpartei Christopher Lauer. Sein Twitteraccount @Schmidtlepp ist sehr interessant, um die Arbeit dieser jungen und bisher erfolgreichen Partei ein wenig näher kennenzulernen.
Stuckrad und Lauer sind beide Vertreter des ironischen und hintergründigen Humors und die Pointen liegen versteckt, zünden dann doch und man amüsiert sich ordentlich. Stuckrad und sein Team haben gut gearbeitet und die Themen mit denen Lauer konfrontiert wird, fordern den Jungpolitiker stark heraus. Doch das Politikersprech des gebürtigen Bonners kommt schon durch und viele genaue Stellungnahmen bleibt er schuldig – immerhin DAS hat er in seiner Zeit im Berliner Abgeordnetenhaus schon gelernt.
Um Stuckrad nicht ganz so neunmal klug stehen zu lassen, wurden zwei Sidekicks engagiert die Muppets-Show-mäßig über allem thronen: Waldorf Schuhmacher und Stadler Feldenkirchen. Sehr gute Einwürfe der Zwei, allerdings stören sie meist den Fluss der Diskussion bzw. sind schonmal auf billige Lacher aus.
Das Benjamin von Stuckrad-Barre eher Freund des politisch-unkorrekten Witzes ist, wird im zweiten Teil der Sendung deutlich. Da er ebenso wie Lauer an ADHS leidet, wird kurzer Hand per Olympiade ausgespielt, wer die stärkere Erkrankung hat. Als Schiedsrichter darf Jakob Hein dienen, der mir als Gast bei Kurt Kroemer in Erinnerung geblieben ist – sehr sehr positiv. Stuckrad und Lauer hatten nun ihren passenden Gegenpart. Die letzten 15 Minuten waren somit für mich das Highlight der Sendung. Nicht wegen der eher peinlichen und meist unwitzigen Entscheidungsspiele, sondern wegen der Gespräche zwischen Schiedsrichter Hein und den Kontrahenten Lauer und Stuckrad-Barre. Mit dieser Konstellation hätte ich gern mehr Zeit verbracht. Doch 45 Minuten Sendung sind recht schnell vorbei. Nach der Aufzeichnung zweier Ankündigungstrailer muss man nun das Studio wieder verlassen.Stuckrad Late Night Christopher Lauer ZDFneo ADHA Piratenpartei

Was vom Tage übrig blieb

Spartenkanäle haben die Möglichkeit Format zu testen, besser zu machen und vielleicht ins Hauptprogramm zu hieven. Stuckrad Late Night wird den Weg in das große ZDF nicht gehen, allerdings ist es für sich eine geniale Sendung, die aber – wie immer – mit dem Gast steht und fällt. Doch können alle Showbeteiligten das Niveau halten, welches sie sich selbst auferlegen, dann hoffe ich noch lange Spaß an der Sendung zu haben. Vorallem sie live vor Ort genießen zu können.

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30. März 2012. Schlagwörter: , , , , . Berlin, Fernsehen, Sendung, Show. Hinterlasse einen Kommentar.

Ausgabe 7: Mit Harry Potter in eine neue Zeit

Da steht er nun. In seinem ersten Film nach Harry Potter – Daniel Ratcliff. Ein wenig bleibt der Wahl der Kleidung treu, und entschloss sich in der Nach-Hogwartsära erneut den feinen Zwirn zu tragen. Das ist allerdings die einzige Gleichheit zwischen diesen zwei so unterschiedlichen Filmen.
In dem eher mystischen, märchenhaften und horroresken Machwerk  Die Frau in schwarz von James Watkins, der bisher eher genrespezifische Filme wie „The descendets 2“ und „Eden Lake“ fabrizierte, hat der Drehbuchautor und Regisseur sich den Jungschauspieler Ratcliff als Zugpferd vor den Wagen gespannt.
Dieser stellt den Juristen Harry Potter Arthur Kipps dar, der nach dem Tod seiner Frau auf dem Kindbett, sich nicht mehr des Lebens erfreuen kann. Ebenso vernachlässigt er den Sohn, der von der Nanny aufgezogen wird und seinen Daddy nur als trauriges Etwas in Bildern darstellt. Potter Ratcliff Kipps bekommt von seinem Chef den Auftrag den Besitz einer verstorbenen Dame in einer Grafschaft weitab von London aufzulösen. Dies sei seine letzte Chance – warum dies seine letzte Chance ist, wird nicht erklärt. Warum auch? Wir sind ja nicht zum denken, sondern zum gruseln in den dunklen Raum mit der großen weißen Wand gekommen. Also her mit den gruseligen Momenten!!
Der Nachlass entpuppt sich als riesiges Herrenhaus, auf einer Insel (wer baut da bitte schön?!?) mitten im Moor. Nur bei Ebbe kann die Insel erreicht werden. Natürlich gehört ein kleiner Friedhof (sic!) auf diese Insel, wo nur die ehemaligen Bewohner begraben liegen. Dafür das das Haus so alt und herunter gekommen aussieht, haben es ziemlich wenig Menschen herunter gewohnt. Sorry, hatte Logik erwartet. Dies ist mittlerweile ausgeschlossen.
Im Verlauf des Filmes werden sämtlichen Horrorklischees bedient: dunkle, verwinkelte Räume, Holzdielen die bei jedem Schritt knarzen, schemenhafte Gestalten die plötzlich da und wieder weck sind und die Thrillmusik, die zumindest die vier Mädels erschreckten, die neben mir diesen Film sehen wollten.
Das sagt aber schon alles – wenn Sie ein 13-16 jähriges Mädel in Familien- und Verwandtenkreis haben, dann machen Sie sich den Spaß und gehen mit ihr hin. Sie wird zucken – Sie werden lachen. Wenn Sie sich gruseln wollen, warten Sie auf einen besseren Film.


Im Großen und Ganzen fehlt Herrn Ratcliff seine Sidekicks Hermine und Ron (die allem Anschein nach wieder als Kinderdarsteller im nahen Dorf wohnen) um ihm seine schauspielerische Leistung voll ab zukaufen. Das gehetzte und verstörte Verhalten des ehemaligen Qudditch-Meisters, wird von ihm sehr überzeugend präsentiert. Zumal er diesen aus eigener Entzug-Erfahrung wohl kennt.

30. März 2012. Schlagwörter: , , , , . Film. Hinterlasse einen Kommentar.

Ausgabe 6: Ab in die Försterei

Montagabend. KEIN Tag um den Verein seines Herzens spielen zusehen. Zumindest, wenn man von Kindesbeinen an den Samstag als Hauptspieltag kennt. Nur macht die Frankfurter Eintracht in dieser Saison eine Ehrenrunde – verdienter Maßen nach der Rückrunde im Jahre 2012. Daher ging die Reise in die Alte Försterei nach Köpenick.
Eintracht Frankfurt, Union Berlin, Alte Försterei, DFB, Sperre, Köpenick, UltrasImmerhin kommt die Hinfahrt aus dem Norden der Hauptstadt dem ländlichen Fußballgenuss gleich: 75 Minuten einfache Strecke machen das Erlebnis „Auswärtsfahrt“ erlebbar. U-, S-Bahn und Tram rechtfertigen den Erwerb des BVG-Tickets – mit dem KFZ an den Stadtrand hätte mehr Sprit und Nerven gekostet. Am Bahnhof Schöneweide trifft man auf die ersten Eisernen-Fans, die mit den roten Klamotten einem den Weg in die richtige Tram weisen. Als Eintrachtler musste man sich heute angeblich mit der Erkennung zurück halten – dem mächtigen DFB und den pyromanischen Frankfurter Ultras sei Dank. Doch weit gefehlt, unter dem zum Schluss 16.589 zahlenden Zuschauern, sind einige Eintrachtfans auszumachen – doch ist alles recht entspannt und die Stimmung kommt doch langsam auf.
Das Schmückstück und Stolz aller Fans ist ihre Försterei. Renoviert von den Anhängern in knapp zehnmonatiger ehrenamtlicher Arbeit und mit viel Herzblut. Dies wurde vom Verein gedankt und ¾ der Tribünen sind immer noch Stehplätze und mit 12,50€ für das Ticket mehr als erschwinglich – und das bei einem Topgegner wie dem Aufstiegskandidat aus der Bankenstadt.

Das Spiel

Souverän, abgeklärt und mit Ruhe – so beschrieben es die Medien, wie sich der Verein aus dem Hessenland präsentierte. Ganz zu meiner Zufriedenheit – lange nicht mehr so entspannt live ein Spiel verfolgt. Es lies sogar zu, dass ich die komplette zweite Hälfte mich mit einem Unioner austauschen konnte, über DFB, Aufstieg und Aussichten von Berlin als Fußballstadt. Herrlich.

Eintracht Frankfurt, Union Berlin, Alte Försterei, DFB, Sperre, Köpenick, UltrasDie Aussperrung der Eintracht Fans wurde im Stadion dann sehr schnell von den Mitgereisten umgangen – mit verbaler Unterstützung der Union Fans („Die Mauer muss weg!!!“). Die Blocktore wurde vom Sicherheitsdienst geöffnet – alles friedlich. Die Berichtserstattung am Tag danach machte es nur wieder deutlich, dass zählen nicht im Geschick der Medien liegt. Sprach man in den den lokalen Medien noch von überschaubaren Zahlen ( „500 Fans“ – FR & BZ / 600 – FAZ) konnte man von 900 (BILD) bis 1000 Fans (SpOn und Morgenmagazin ARD) alles hören. Zur Abreise hatte die Polizei nichts besseres zu tun, als die Eintrachtler im Block zulassen und diese dann geschlossen in die S-Bahn zu geleiten. Diese Vorgehensweise…ich weiss ja nicht. Man kann besser mit einer solchen Situation umgehen.

Ein schöner Abend in Köpenick. Hier hatten die Union-Fans viel dazu beigetragen – dazu vielen Dank. Als Fan erlebt man es nicht alle Tage, dass erstens die Sanktionen des größten Einzelverbandes (sic!) von fast allen Anwesenden friedlich gelöst werden und zweitens, was viel beeindruckender war: Bei einer 0:4-Niederlage feiern die eignen Fans die Mannschaft und erfreuen sich daran, in der zweiten Bundesliga weiter mit dabei zu sein. Im Westen Berlins undenkbar.

 

Eintracht Frankfurt, Union Berlin, Alte Försterei, DFB, Sperre, Köpenick, Ultras

28. März 2012. Schlagwörter: , , , , , , . Berlin, Fußball, Gedanken, Sport. Hinterlasse einen Kommentar.

Ausgabe 5: Gottschalk Live

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Waren das Zeiten: Der Fernseh hatte nur drei – vier Sender, samstags wurde nach Alter gebadet und Thomas Gottschalk begrüßte uns zu „Wetten dass…?“ . Herrlich.
Doch alles scheint zu schnell vorbei und schon ist der nette Herr Gottschalk nicht mehr beim ZDF, sondern hat sich einen schönen Sendeplatz im Ersten gesichert. Nur wie bei all seine jungen und alten Kollegen musste er sich daran gewöhnen, dass nicht Beliebtheit die Quoten bestimmt sondern der Zuspruch der Zuschauer und damit die Quote.
Nun wird das Studio im Berliner Humboldt Carré umgestaltet. Publikum soll Thomas Gottschalk zu neuen Quotenhöhen bewegen. So konnte ich meine Kindheitserinnerungen neu aufleben lassen und sicherte mir in der ersten Woche einen Platz in Gottschalks Wohnzimmer.

Die Bestellung

Eher der Zufall führte mich zur Info, dass man nun Karten erwerben konnte. In den weiten des Internets machte ein kleiner Artikel drauf aufmerksam, dass man über Grundy diese raren Tickets bekommt. Das Eventpublikum, welches sich Grundy bei DSDS, Supertalent, etc., ins Studio holte wusste es schon vorher, dank des Newsletters. Ist das Gottschalks Zielpublikum? Klatsch-und-Fußtrampel-Material? Allem Anschein.
Der Anruf war schnell getätigt (Kartenpreise eigentlich 5€/Gast) und da ich kurzfristig meine Zeitplanung darauf ausrichten konnte, bekam ich noch kostenlosen Zutritt. Dürfte in naher Zukunft nicht möglich sein. Alles wichtige dann per Email erhalten: Reservierungsbogen, Wegbeschreibung und AGBs. Es konnte also starten.

Die Ankunft

Warum der nette Herr Gottschalk seine Talkshow am Vorabend ohne Publikum machen wollte, wird einem bei Ankunft klar. Man sollte keinen Bevölkerungsdurchschnitt erwarten, hier ist die Couchgeneration angekommen: eine Gruppe Pädagogikstudentinnen, Beamtennerds und die obligatorische Mandy aus Berlin-Hellersdorf die in einer Weiterbildungsmaßnahme steckt. Herr Gotschalk wird seinen neuen Produzenten verfluchen.
Das Treiben auf den Studio Fluren kennt man irgendwie. Junge Menschen, die irgendwas mit Medien machen wollten, laufen hektisch und mit tiefen Augenringen am wartenden Fußvolk vorbei. Das Recht am eigenen Bild wird abgetreten – zumindest für die Sendung. Mit einer großen Geduld erklärt der Produktionsassistent jedem, was die auszufüllende Karte bedeutet. Hut ab, Herr Assi. Nach dem 30. immer noch die gleiche Ruhe zu haben, sollten sich die Damen von Karstadt mal abschauen. Nach einem Check wie am Flughafen („Damit wir da oben alle sicher sind“wtf?) geht es durch das Treppenhaus in den dritten Stock und kommt in das karge, karge Studio.

Die Sendung

Um den besten Blick zu haben, will natürlich jeder in die ersten Reihe. Der Produktionsassi verteilt nach Aussehen. Bin zufrieden als ich in die erste Reihe darf. Sehe ich das Publikum hinter mir, wird meine Freude allerdings stark relativiert.
Kumpel Thomas erscheint fünf Minuten vor Sendebeginn vorm seinem heutigen Bundesdurchschnitt und wärmt es auf. Die aktuelle Diskussion um seine Sendung setzt ihm zu, wie man nach den ersten drei Minuten merkt. Seine Freunde der schreibenden Presse hatten an diesem Tag bekannt gemacht, dass Überlegungen zur Absetzung der Sendung zum Sommer gestartet sind. Verständlicher Ärger bei Tommy, doch muss man mit Kritik umgehen können. Zehn Sekunden vor Sendestart knipst er sein Lächeln an – das isser, der Talkprofi.
Gäste der Sendung sind Ursula Karven (B-Schauspielerin) und Steffen Hensler (ZDF-Koch – andere Frage, kocht da irgendwer nicht?)
Frau Karven kann nicht überzeugen. Promo für ihren ARD-Film am kommenden Abend und die Selbstdarstellung im Playboy (sic!). Gottschalk spult die typischen Gags ab („lese den nur wegen Dalai Lama Interview“) und Ursula hat natürlich VOLLE Rückendeckung ihrer Familie. Geld spielte da sowieso nie eine Rolle.
Steffen Hensler, Typ Sonnyboy aus Hamburger Ecke, ist da schon ein sympatischer Zeitgenosse der mit Charme direkt mehr darstellt als seine Vorgängerin. Gut, wer insgesamt hohe Talkshowinhalte erwartete, ist hier falsch. Aber die Art und Weise wie Unser-aller-Tommy seine Gäste präsentiert und umgarnt ist schön mit anzusehen. Obwohl ich bisher nur zwei Sendungen gesehen hatte – die erste mit Lagerfeld und die Vortagessendung mit Frau Nick – merkt man den Spaß, welchen der Gastgeber nun endlich gefunden zu haben scheint.
Nach Verteilung von Sushi, wars dann vorbei. Kurze Verabschiedung – Tschö. Ich mach Wochenende.

Der Rest vom Schützenfest

Irgendwie fühlt man sich nach dem Konsum einer solchen Sendung, als hätte man Fast-Food genossen: Wars das jetzt wert? Eine hoffentlich wachsende Sendung, die aber wohl nie das geforderte Quotenziel erreichen wird. Wenigstens kann man für sich sagen, dass man den Versuch einer Showgröße gesehen hat, im Kleinen anzukommen.

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23. März 2012. Schlagwörter: , , , , , , . Berlin, Fernsehen, Sendung, Show. 2 Kommentare.

Ausgabe 4: Wronkong (Comet-Club 14.März 2012)

Wronkong Comet-Club BerlinGroße Stars kann jeder entdecken, doch die unbekannten Bands machen doch das Salz in der Suppe aus. Als Opa will ich meinen Enkeln sagen können: DIE hab ich damals in nem ganz kleinen Club gesehen. Aber es ist wie das Entdecken eines guten, nicht gehypten Buches – verdammt schwierig und die Ausfallquote ist enorm hoch.

In der letzten Woche konnte man im Kiez um das Schlesische Tor an einem lauen Mittwochabend viele Entdeckungen machen. So bot das Lido das dänische Trio Whomadewho. Der Magnet Club wartete mit der französichen Gruppe Pony Pony Run Run auf. Doch schafften meine Begleitung und ich, die absolut unbekannten Wronkong im Comet Club zu erleben.

Der Comet Club ist ein sehr angenehmes Umfeld, für ein kleines privates Konzert. Großzügig geschätzt, bekommt man zweihundert Besucher hinein und wäre dann ordentlich aufgeheizt. An diesem Abend schafften es knapp 50 Verwegene, das umliegende Programm zu ignorieren und sich auf das Abenteuer Wrongkong einzulassen.
Die deutsch-kanadische Truppe veröffentlichte zu Beginn des Jahres ihr mittlerweile drittes Studioalbum („so electric“) und führte dieses mit einer kleinen Tour durch Deutschland ein. Diese führt durch insgesamt dreizehn Städte. Den Abschluss findet diese Reise am 21.4. in Dresden. Nun zum Konzert.
Wrongkong (diese Ableitung stammt von Hong Kong – nicht King Kong!) haben sich mit ihrer Musik dem Electro-Pop verschrieben. Ihre Stücke sind teilweise energiegeladen aber ebenso lassen sie dem Zuhörer ruhige, melancholische Melodien geniessen.

Wronkong Sängerin Cyrena Dunbar Comet Club BerlinVon solch kleinen Konzerten sollte man nie zuviel erwarten, zumal  Wrongkong mit drei Alben, die eher in der Szene bekannt waren, bisher nicht auf die großen Bühnen gesehen wurden. Aber warum eigentlich?
Ihre Stücke haben viel Mithörpotential und ohne Vorkenntnisse der Arbeiten von Wronkong ist man schnell gefangen in dieser Mischung aus Pop und electronisch-housigen Beats. Die Anlehnung an den Mainstream sind sich die fünf Musiker – hoffentlich – voll bewusst, denn Wrongkong schöpfen das komplette Arsenal aus: griffige Melodien mit wenig schnick-schnack, eine attraktive Sängerin und die massenkompatiblen „Uh Uh“- und „Ah Ah“-Passagen. Und hier liegt der Knackpunkt, den man nach ca. ¾ des Konzertes spürt: Es hört sich vieles gleich an. Die Tempi der einzelnen Lieder ist sehr variabel und funktionieren auf ihre Weise, doch mit nur dieser Veränderung entwickelt sich nichts neues.

Fans von Moloko und Sophie Ellis Bextor finden hier eine recht unbekannte Band, die mit viel Glück den Weg in die Playlist der Radiostationen finden wird. Ihre aktuelle Singelauskopplung „my dearesr enemy“ hat guten  Wiedererkennungswert. Leider muss ich weiterhin auf die Entdeckung warten, um meine Enkel in ferner Zukunft zu beeindrucken.

 

Wrongkong Berlin Coemt Club März

21. März 2012. Schlagwörter: , , , , , , . Berlin, Comet Club, Konzert, Musik. Hinterlasse einen Kommentar.

Ausgabe 3: The walking dead

the walking dead, Robert Kirkman,Comic-Verfilmungen sind meistens so nötig für ne Wurzelbehandlung. Und weisen die gleichen Charakteristika auf: Es tut weh, hätte nicht sein müssen und man würde es gern hinter sich haben. So verhielt es sich in jüngster Zeit mit Thor, Green Hornet, Greent Lantern und anderen Versuchen. Doch neben solchen eher traurigen Versuchen, schaffen es auch besondere Stoffe ins Kino bzw. in die TV-Landschaft. Eine dieser Ausnahmen ist die vom US-Sender AMC adaptierte Serie The walking dead.

Robert Kirkman und Tony Moore schufen diesen Comicreihe und lieferten damit einen guten Plot, dem die filmische Reife gelang.
(Ich muss dazu sagen, die Comics kenne ich nicht. Hatte mich abgeschreckt zu lesen und bin mal bei einem Buch „The goon“ hängen geblieben. Werde mich dazu bestimmt ein anderes Mal auslassen. Aber weiter im Text)
The walking dead handelt von dem Police-Officer Rick Grimes (Andrew Lincoln), der – wie sollte es auch anderes sein – ein linientreuer Gesetzeshüter ist. Bei einer Verfolgungsjagd mit seinem Kollegen Shane errichten sie eine Straßensperre . Die Aktion gelingt zum Teil, da die bösen Buben zwar gestoppt werden können, Rick allerdings dabei angeschossen und schwer verwundet wird.
Als dieser wieder erwacht, hat eine seltsame Krankheit die Menschheit dahingerafft und zu triebgesteuerten Beissern mutieren lassen. Rick ist natürlich nach einer langen Komazeit noch nicht ganz auf der Höhe, kann aber fliehen und wird von einem Vater und dessen Sohn aufgenommen. Nach der Einführung in die Materie der Weltordnung (alle Kontinente verseucht, Auffanglager bestehen irgendwo jada jada jada) entschließt sich Rick seine Familie zu suchen. Da er der kleine Rick ein Kleverle ist und an den fehlenden Fotoalben in seiner Wohnung merkt, dass sie noch leben und keine Untoten wurden (Diese Kombinationsgabe in Ausnahmesituationen bewundere ich immer wieder. Quentin hatte das mit den drei Fingern. Bis heute glaube ich nicht, dass im dritten Reich das irgendwer wusste!!). Soviel kann man verraten, er findet sie.

So weit, so gut. Die Lösung der Zombiethematik ist hier gut gelungen. Stehen bei anderen Werken die Z´s mit ihrem geschlurfe im Vordergrund, geht es hier um die Menschen die vor der Bedrohung fliehen und einfach nur leben wollen. Kein großes Gesabere, wenig schlechte Blutaction , dafür schicke Charaktere die die erste Staffel mit sechs Folgen á 45 Minuten schnell vergehen lassen. Man muss sich zwar auf die Thematik Zombies einlassen, wird dann aber mit guten Storielines entschädigt und hatte eine nette Serie im Regal (oder im Gedächtnis wenn man leiht.)

Absolut empfehlenswert

14. März 2012. Buch, Serie. Hinterlasse einen Kommentar.

Ausgabe 2: Russendisko

Berlin schafft es immer wieder sich neu zu erfinden. Dies war so im Berlin der Zwanziger Jahre, nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg und ist heute mit ihrer Kulturlandschaft auf Höhe der Zeit – sagen zumindest einflussreiche Fuelltionisten. Russendisko, Schweighöfer, Mühe, Kinostart, Film, Kaminer

Eine Zeit die ebenfalls zum Facettenreichtum Berlins beitrug, waren die Jahre nach der Öffnung der Mauer und der Wiedervereinigung. In dieser Zeit spielt Wladimir Kaminers Geschichtensammlung „Russendisko“. Diese Sammlung von skurilen Geschichten und Anekdoten war der schriftstellerische Durchbruch des gebürtigen Moskauers.Nun wurde dieses Buch zur Vorlage des gleichnamigen Filmes und kommt am 29.März in die Lichtspielhäuser.

Die deutsche Allzweckwaffe Matthias Schweighöfer darf sich wiedermal als sympatischer und unbeholfener Schönling präsentieren, der mit seinem Charm versucht die Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Sein mittlerweile vierundzwanigster abendfüllender Kinofilm macht deutlich, dass eine Übersättigung an diesem Mimen bald eintreten wird. Damit er sich als Kaminer-Darsteller  nicht so ganz alleine fühlt, wurden ihm die deutschen Jungschauspieler Friedrich Mühe (zusammen mit Schweighöfer auch in Friendship!) und Christian Friedel (Das weisse Band) zur Seite gestellt. Die drei besten Freunde (sic!) versuchen in der Zeit der Maueröffnung im umstürzenden Deutschland, eine Existenz in Berlin aufzubauen. Dieses Unterfangen stellt sich überraschenderweise als relativ schwer heraus. Mehr brauch man über diesen Film nicht wissen. Mehr bleibt nach den 100 Minuten Kino-Fast-Food auch nicht hängen.
Von Beginn an stört die akzentfreie Schauspielleistung des Trios. Eine Erklärung warum sie dies so gut können, gibt es nicht. Dadurch wird es auch schwer zwischen den russischen Aussiedlern und ihren deutschen Mitmenschen zu unterscheiden. Hatte der Film Almanya noch eine sehr kreative und gute Lösung, bleiben dies die Hauptverantwortlichen für dieses Machwerk, Produzent Hahnheiser und Drehbuchautor Ziegenbalg, schuldig. Es ist nicht einfach eine Sammlung von Geschichten in einen Film mit roten Faden zu verwandeln; probieren sollte man es zumindest. Das Micha (gespielt von Mühe) dann bei seiner Passion Singen wieder vollständig russische Ferse von sich gibt, verwirrt den Zuschauer noch mehr. Im zughörigen Presseheft schreibt Hahnheiser:

„Ich wurde einmal mehr darin bestätigt, dass ein gutes Drehbuch die wichtigste Grundlage für einen guten Film ist.“

Hätte er mal weiter nach einem guten Drehbuch gefahndet.

Zumindest in der Ausstattung kann man dem Film nichts nachsagen. Hier wurde versucht viele kleine Dinge zu beachten und bei russischen Zuschauern den ein oder anderen Aha-Effekt zu erhaschen. Doch fällt dem Filminteressierten schnell auf, dass bei der Wahl der Außenkulisse die Berliner Straße der Filmstudios Babelsberg einmal mehr her halten musste. Wurde diese bei Inglourious Basterds umgebaut und man so noch zweimal hinsehen musste, hat man bei Russendisko ab der ersten Szene das Gefühl, man stehe wieder mit dem Pianisten innerhalb der bekannten Häuser.
Ein weiteres Plus sind die Gastauftritte von Wladimir Kaminer, der als russischer Radioarzt wirklich witzig ist. Hier blüht der Witz auf, leider bereichert dies nicht um die Ausgaben für eine Kinokarte zu rechtfertigen.

Solche Filme bezeichne ich meist als: Sonntags-Mittag-Pro7-Film. Um diesem Machwerk mit Humor und Freude zu begegnen, muss mal allerdings noch zusätzlich einen Kater auskurieren.

7. März 2012. Schlagwörter: , , , , , , , , . Buch, Film. Hinterlasse einen Kommentar.

Ausgabe 1: 20 Jahre INTRO-Magazin

 Vor mir liegt es nun, die Ausgabe #200 des INTRO-Magazins. Bisher fiel mir dieses Magazin nicht wirklich auf, außer das dieser Verlag auch für die Publikation des hervorragenden 11Freunde – Magazins verantwortlich ist.
Das Intro-Magazin ist ein kostenloses Magazin, welches sich hauptsächlich durch Werbanzeigen finanziert und sich mit verschiedenen Veranstaltungsreihen wie z.B. dem MELT!-Festival in der Szene des Indipendent einen Namen gemacht hat. Zum 20jährigen Jubiläum der ersten Ausgabe, sammelten sich zur Gratulation verschiedene Künstler, Bands und Djs am 2.3.2012 in der Columbiahalle und dem C-Club zu Berlin.

Für mich war dieses Mini-Festival ein Sprung ins Ungewisse. Bis auf die Headliner Maximo Park kannte ich nicht nicht einen Act. Das sollte mich aber nicht hindern einen sehr interessanten und erhellenden Abend zu haben.

Unsere kleine Reisegruppe begab sich nun auf dieses Fest, direkt am ehemaligen Flughafen Tempelhof. Als Plan stand logischerweise fest, so viele Programmpunkte wie möglich mitzunehmen und die 23€ voll aus zu kosten. Den Anfang sollte ein Mann machen, den ich bisher nur vom Sonnendeck kannte:

PeterLicht

Dieser wird gern als Phantom der Popper gesehen, da es von ihm in den ersten vier Jahren seiner Karriere keine Bilder oder Filmaufnahmen gab. Wichtige Preise nahm schon mal ein Freund an, da PeterLicht dieses öffentliche Leben nicht wollte. Allerdings muss auch gesagt werden, wer in die künstlerische Schiene geht sollte damit rechnen, dass seine Gesichtszüge in Zeitungen, Magazinen oder TV-Beiträgen zu sehen ist. Aber egal.

Vor uns stand nun ein kleiner Mann, der die Ausstrahlung eines Sachbearbeiters A-F der BKK für Heilberufe ausstrahlte. Seine sehr speziellen Texte handelten von philosophischen Themen, die zum Einstieg in einen Musikabend nicht wirklich geeignet waren. Nach einem gefühlten 15minütigen Stück mit eher zusammenhanglosen Wörtern beschlich mich der Gedanke, einen eher grausamen Abend vor mir zu haben. Meine Begleitung machte nun den Vorschlag in den kleinener C-Club zu gehen und uns Little boots zu zu wenden.

Es ging also über den liebevollen Übergangshof zwischen der Columbia- und dem C-Club. Die drei aufgestellten Stände erinnerten eher an den Weihnachtsmarkt von Ober-Roda, es war aber zweckdienlich für Speis und Trank gesorgt. Zu entsprechenden Preisen.

Little boots

Dieses Projekt besteht eigentlich nur aus Victoria Christina Hesketh, die sich aber zur Unterstützung auf der Bühne, noch einen Keyborder, einen Drummer und eine junge Dame an der Leadgitarre zur Seite stellte.
Ihre Mischung des Elektro-Brit-Pop ist mit sehr eingängigen Melodien gesegnet, und lässt den Fuß leicht mitwippen. Vor allem klingt jeder Song so, dass man meint ihn irgendwo schon gehört zu haben. Nichts was länger im Ohr bleibt, dennoch kompatibel in diesen Abend hinein passte.

Nach dem kompletten Gig dieser netten blonden jungen Dame, konnten wir nun wieder den Rückweg antreten um den Headliner in der großen Halle, Maximo Park, zusehen. Allerdings hat uns der allmächtige Konzert- und Bookinggott noch einen weiteren Deutsch-Philosophen mit seiner Klampfe gesetzt:

Thees Ullmann

Wieder ein deutscher Liedermacher mit seinem überdimensionalen Eierschneider aus Holz. Na herrlich! Und das soll hier eine Party sein, die das Jubiläum eines Musikmagazins feiern sollte? Wohl eher die Beerdigung.
Ich fand mich schon damit ab, dass ich nach Little boots und dem anstehenden Auftritt von den Headlinern nicht mehr allzu viel erwarten durfte.
Der Schwiegermamasliebling Ullmann erzählte uns von Lachsen die zum Laichen und sterben die Flüsse hinaufziehen. Wieviel Club Mate musste man in Neukölln eigentlich getrunken haben um so drauf zu kommen? Überraschend war nun nicht, dass Licht und Ullmann sich schon länger kennen. Wahrscheinlich sind auf der gleichen Station behandelt worden. Der dritte im Bunde ist der nicht anwesende Casper, der von Thees über den Klee gelobt wurde. Wiederum ein Grund, seine Alben von meiner „Noch-zu-hören-Liste“ zu streichen.

Nach einer wirklich kurzen und sehr entspannten Umbauphase kamen, der für mich, Hauptgrund dieses Abends auf die Bühne:

Maximo Park

Diese fünf Jungs aus Newcastle wussten von Beginn an, was die Leute vor der Bühne wollten: Harte Riffs, schneller Sound und das ganze möglichst dreckig. Ihr „Girls who play guitars“ zeigte sofort wohin ihr Abend gehen würde. Der Mann mit der Mütze (Paul Smith) schaffte es sehr schnell die Maßen zum hüpfen zu bewegen und jeder Ihrer Songs ging dahin wo er hin sollte: in die Ohren und von da aus in die Beine.
Nach einigen mir eher unbekannten Stücken, kam nun der Song weswegen ich eigentlich hier war: „Books from boxes“. So ein Lied mal laut, live und groß zu hören machte Spaß und entschädigte dann irgendwo doch wieder.

Doch bald musste wieder Abwechslung her und somit ging die Reise ein letztes Mal in den C-Club wo schon seit geraumer Zeit die Member der Simian Mobile Disco auf uns warteten.

Simian Mobile Disco

Wer Alben der Produzenten Jas Shaw und James Ford kennt, konnte sich nun von deren Live-Sound überraschen lassen.
Die eher ruhigen und housigen Tracks des Duos waren hier nicht gefragt. Uns begrüßten schon treibende Beats und Loops, die im Zusammenhang mit Simian mobile disco so nicht zu erwarten waren.
Die Jungs hatten die Menge so im Griff, dass egal welcher Beat, egal welche Drum oder egal welche Richtung der elektronischen Musik eingeschlagen wurde, sich alle dieser hingaben. Die zwei Plattenleger (die leider keine Platten hatten, sondern wie viele elektronische Aufleger sich nur noch mit Laptop oder entsprechenden Playern auftauchten) verstanden es hervorragend ekstatische mit ruhigeren Phasen zu kombinieren und somit ihr 90minütges Set nicht eine Minute langweilig zu gestalten.

So langsam schien sich der Eintrittspreis gelohnt zu haben, doch die Überraschung des Abends war

Mike Skinner

Der Mastermind hinter der Trip-Hop Hip-Hop Band The Streets konnte zu Beginn seines Sets nicht wirklich überzeugen. Es schien als habe er mit der Technik zu kämpfen, die wohl nicht nach seinem Gusto installiert worden zu sein. Doch dieser Eindruck wurde ab dem vierten Track revidiert. Konnte man zu den ersten houselastigen Songs noch kopfnickend in der Ecke stehen, forderte der erste richtige Bass des Sets die Zuörer auf endlich den Finger aus dem Arsch zu nehmen. Skinner kombinierte fiesesten Drum n Bass mit schnellen Jungelstücken um dann dem tanzenden Volk mit gradlinigem Techno zu zeigen wer der ist, der die Hosen an hat. Der Musik-Nerd erarbeitete sich Übergänge zwischen den einzelnen Tracks, dass es nur so eine Freude war.

Da der Uhrzeiger unaufhaltsam gegen den frühen Morgen wanderte, fiel der Entschluss diesen Abend hier zu beenden. Hatten wir doch von elf anwesenden Künstlern und Bands sechs gesichtet und mehr oder weniger für gut erachtet.
Mit leicht zermatschten Trommelfellen (nur wer zwei Meter von der Bass-Box steht kann es mit Chuck Norris aufnehmen) schlenderten wir zum Platz der Luftbrücke und dann Richtung Betten. Wie immer in dieser Stadt ist vor der Ruhe erst eine lange Fahrt gestellt, aber eines konnten wir uns sicher sein: Dieser Eintrittspreis hatte sich gelohnt und entsprach auch dem Spektrum des Intro-Magazins. Nicht alles muss dem Leser- bzw. Zuhörer gefallen, aber gut aufbereitet und schmackhaft sollte es sein. Weiter so Jungs und Mädels, auf die nächsten 200 Ausgaben!

5. März 2012. Schlagwörter: , , , , , , , , , , , . Konzert, Musik. Hinterlasse einen Kommentar.

Ausgabe 0

Hallo Welt! – Ich könnte kotzen.

Das sagt zumindest der vorgefertigte Eintrag hier. Was soll man davon bloss halten? Hat die Welt auf mich gewartet? Ist meine Abwesenheit dran Schuld, dass die Welt so herunter gekommen ist? Ich hoffe es nicht. Diese Last wäre wohl zu groß. Selbst für nen Sitzriesen.

Zumindest eines ist sicher, hier soll absofort alles stehen was mich interessiert und welche Orte ich mit meiner Anwesenheit beehrt habe. Nicht alles, aber zumindest Alles ausser TV.

...immer 2x

 

 

5. März 2012. Gedanken. Hinterlasse einen Kommentar.