Ausgabe 11: Freiheit – ein Plädoyer

Da haben wir ihn nun an der Backe, den Herrn Gauck. Jetzt ist er Bundespräsident und  hat, während ich dies hier schreibe, seinen Besuch in der Ukraine abgesagt und somit Frau Timoschenko noch ein wenig mehr Öffentlichkeit gegeben.Gauck Freiheit Buch Rezension Bundespräsident

Doch was treibt diesen Mann an, der durch die Bürgerrechtsbewegung in der DDR und dann als Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde schon im Focus der Medien stand? Warum betont er immer wieder die Wichtigkeit der Freiheit? Und wie definiert er diese?

Sein knapp eineinhalb Monate vor seiner BuPrä-Wahl veröffentlichtest Buch gibt hier – eingeschränkt – einen Blick auf die Sichtweise unseres Präsidenten zu seinem Lieblingsthema.

Joachim Gauck seziert in dem 67-seitigen Buch (eher eine Broschüre) die Freiheit in drei für ihn wichtige Teilaspekte:

  • Freiheit von Etwas 
  • Freiheit als Verantwortung
  • Freiheit zur Meinungsausübung

Als evangelischer Pfarrer in einem protestantischen Land, war Joachim Gauck immer in einer Position, in der er zwar den Staat kritisieren konnte, aber gleichzeitig seine Worte gut wählen musste um nicht in die Fänge der Stasi zu geraten. Die Freiheit seine Meinung komplett auszusprechen, war ihm 40 Jahre verwährt worden.

Diese Befreiung von Etwas – einem Zwang, einem Regime o.ä. – sollte jeder Mensch nutzen, um sich davon zu befreien und seine eigenen Gedanken zu einem Zustand zu machen und keine vorgefertigte Meinung reflexionsfrei zu übernehmen.

Die Bewegung der polnischen Solidarnosc war der erste Ansatz im ehemaligen Ostblock und beeindruckte den Pfarrer aus dem Nordosten immens. Daher war sein erster Staatsbesuch als BuPrä in Polen mehr als nachvollziehbar. Als Beispiel der verantwortungsvollen friedlichen Revolution.

Die Verantwortung diese Freiheit zu nutzen ist nun die logische Konsequenz für den Autor. Die Bewahrung des erlangten Privileg darf nicht wieder begrenzt werden und muss weiterhin andere Unterdrückte erreichen.

Der dritte Punkte ist die Freiheit zur Toleranz. Gauck bemängelt an der Gesellschaft, dass der Hang zur Überzeugung viel zu weit verbreitet ist. Man sollte die Meinung anderer respektieren bzw. sich nicht leichtfertig von seinen Standpunkten abwenden. Eine richtige Einschätzung seiner eigenen Einstellung helfe viel mehr, als blind die Meinung Dritter zu übernehmen und sich so zwar konform zu verhalten, aber gleichzeitig die Meinungsvielfalt zu unterdrücken.

Das Buch Freiheit – ein Plädoyer ist eine nette Broschüre um diesen Gedanken von Joachim Gauck zu verstehen. Eine Frechheit ist, für dieses Buch Heftchen 10€ zu verlangen. Mit ein wenig Zeit gesegnet setzt man sich in die Buchhandlung seines Vertrauens und liest es in 40 Minuten durch – zweimal.

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26. April 2012. Schlagwörter: , , , , . Buch.

One Comment

  1. Peter Munges replied:

    Ich bin begeistert, wie du die Hinweise des Bloggens beherzigst. Eigenes Bild, Streichung und nicht Löschung gewisser Textpassagen.

    Allerdings warte ich ja immer noch auf den Beitrag zum Aufstieg der Eintracht. Das hätte ich ja wirklich erwartet. 😉

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