Ausgabe 15: Maori im Schwabenland

Stuttgart Lindenmuseum MaoriAuffällige Gesichtstattoos kennzeichnen ihre Gesichter. Die Kriegstänze sind weltbekannt und nicht nur, durch ihr Vorführung bei Rugbyspielen. Das Lindemuseum in Stuttgart widmet nun dieser uns unbekannten und faszinierenden Kultur eine Sonderausstellung, die im Stadtgebiet mit sehr markanten Postern beworben wird. (Siehe im Bild links.)

Das Volk der Maori breitete sich in mehreren Jahrhunderten über Malaysia, Indonesien bis nach Hawaii und Neuseeland im Pazifik aus. Sie besiedelten als erste Neuseeland weit vor der Entdeckung der Inselgruppe vor Australien durch Thomas Cook (1769). Das Herkunftsland ist laut Überlieferungen der Stämme die Insel „Hawaiki“ (nicht zu verwechseln mit Hawaii). Leider ist 1. nicht bekannt ob es diese Insel jemals gegeben hat und 2. wie diese Insel heute heißt.

Von ca. 800 bis 1300 besiedelten nun der die unterschiedlichen Stämme der Maori mit ihren Auslegerkanus, waka genannt, diese Inselgruppen und wurden hier heimisch. Als letztes fanden im heutigen Neuseeland Maoristämme eine neue Heimat. 

Das Lindemuseum beschäftigt sich in seinen zwei Ausstellungsräumen vornehmlich mit der Kultur der neuseeländischen Maori und ordnet die jeweiligen Artefakte besuchergerecht ein.

Stuttgart Lindenmuseum MaoriDer erste Raum beeindruckt mit zwei zimmerhohen Figuren, die die Darstellung von Frau und Mann im Götterstatus veranschaulichen. Die zweite einnehmende Installation sind mehrere Leinwände, die den uns durch Film und Fernsehen bekannten Maori-Kriegstanz zeigt. Der abgespielte Musiktitel stammt von Tiki Taane. Er ist der momentan erfolgreichste Maori-Künstler Neuseelands, der in seinen Alben und Stücken verschiedene Maori-Dialekte verarbeitet.

Ein kleiner Abriss über die Herkunft der Maori in den verschiedenen Pazifikteilen rundet den ersten Raum ab.

Der Zugang zum zweiten Raum ist sehr gut versteckt. Erst denkt sich der Besucher: `Für was habe ich hier eigentlich sieben Euro Eintritt nur für die Sonderausstellung bezahlt?´ und wird dann doch positiv überrascht.

Zuerst wird die maoritypische Tätowierung präsentiert, deren Bedeutung und die Herangehensweise, wie diese in der frühen Kultur aufgetragen wurde – Spaß war das sicherlich nicht. Spitze Nadeln, feine Hämmer und eine schmerzhafte Tätowierprozedur musste sich der Maori über sich ergehen lassen.

Danach folgt der Aufbau eines Maori-Gemeinschaftshaus, dem Whaenui. Dieses Haus wurde für alle Feste, aber auch für die tägliche Zusammenkunft der Stammesmitglieder genutzt.Stuttgart Lindenmuseum Maori

Diese Hütte ist am Dachfirst und den Dachecken mit der Darstellung der Schutzgottheit geschmückt. Diese variiert bei den unterschiedlichen Stämmen.

Zum Abschluss der Ausstellung werden Taongos präsentiert – Die Schätze der Maori Kultur. So vielfältig wie die Tätowierungen sind auch die Schätze. Sie reichen von Schmuck, edlen Stoffen, Musikinstrumenten bis hin zu Lieder, die als Kulturschätze ebenso verehrt wurden.Stuttgart Lindenmuseum Maori

Jade war das bevorzugte Material, aus dem die Maori nicht nur Schmustücke wie den Talisman „Hei Tiki“ fertigten, sondern auch Beile, Pfeilspitzen etc.

Das sehr mit der Natur verbundene Volk der Maori und deren Kultur erlebt in Neuseeland in den letzten 10-20 Jahren eine Renaissance. Die Stämme sind als eigene Volksgruppe anerkannt, darf bei Wahlen mit eigenen Kandidaten antreten und wird durch Künstler wie Tiki Taane einem immer breiten Weltvolk bekannt. Der Besuch des Lindenmuseums lohnt sich für diese Ausstellung, da die reichhaltige Kultur, deren Werkzeuge und Lebensumstände sehr gut wiedergegeben werden. Der Eintritt ist zwar nicht günstig (7€/ermäßigt 5€), doch besser investiert als in manchen Sommerblockbuster. Die Ausstellung kann noch bis 14.10. besucht werden.Stuttgart Lindenmuseum Maori

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12. Juli 2012. Schlagwörter: , , , , . Besichtigung, Museum.

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