Ausgabe 14: Jour Fitz (2.7.2012)

Berlin Lesung Leseabend Jourfitz TwitterLeseabende sind was tolles. Da kommen unterschiedliche Menschen zusammen und hören interessiert den Themen der Autoren zu. Doch was passiert, wenn man den verworrenen Gedanken von Twitterern lauschen soll?

Dies beantwortet unter anderem der Leseabend „Jour Fitz“ der in unregelmäßigen Abschnitten im Berliner „4010“, einer Zweigstelle eines Großverdieners der Telekommunikationsbranche, stattfindet und seine Zuschauer unterhält. (mehr …)

3. Juli 2012. Schlagwörter: , , , , , , , , . Berlin, Buch, Gedanken, Show. Hinterlasse einen Kommentar.

Ausgabe 11: Freiheit – ein Plädoyer

Da haben wir ihn nun an der Backe, den Herrn Gauck. Jetzt ist er Bundespräsident und  hat, während ich dies hier schreibe, seinen Besuch in der Ukraine abgesagt und somit Frau Timoschenko noch ein wenig mehr Öffentlichkeit gegeben.Gauck Freiheit Buch Rezension Bundespräsident

Doch was treibt diesen Mann an, der durch die Bürgerrechtsbewegung in der DDR und dann als Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde schon im Focus der Medien stand? Warum betont er immer wieder die Wichtigkeit der Freiheit? Und wie definiert er diese? (mehr …)

26. April 2012. Schlagwörter: , , , , . Buch. 1 Kommentar.

Ausgabe 3: The walking dead

the walking dead, Robert Kirkman,Comic-Verfilmungen sind meistens so nötig für ne Wurzelbehandlung. Und weisen die gleichen Charakteristika auf: Es tut weh, hätte nicht sein müssen und man würde es gern hinter sich haben. So verhielt es sich in jüngster Zeit mit Thor, Green Hornet, Greent Lantern und anderen Versuchen. Doch neben solchen eher traurigen Versuchen, schaffen es auch besondere Stoffe ins Kino bzw. in die TV-Landschaft. Eine dieser Ausnahmen ist die vom US-Sender AMC adaptierte Serie The walking dead.

Robert Kirkman und Tony Moore schufen diesen Comicreihe und lieferten damit einen guten Plot, dem die filmische Reife gelang.
(Ich muss dazu sagen, die Comics kenne ich nicht. Hatte mich abgeschreckt zu lesen und bin mal bei einem Buch „The goon“ hängen geblieben. Werde mich dazu bestimmt ein anderes Mal auslassen. Aber weiter im Text)
The walking dead handelt von dem Police-Officer Rick Grimes (Andrew Lincoln), der – wie sollte es auch anderes sein – ein linientreuer Gesetzeshüter ist. Bei einer Verfolgungsjagd mit seinem Kollegen Shane errichten sie eine Straßensperre . Die Aktion gelingt zum Teil, da die bösen Buben zwar gestoppt werden können, Rick allerdings dabei angeschossen und schwer verwundet wird.
Als dieser wieder erwacht, hat eine seltsame Krankheit die Menschheit dahingerafft und zu triebgesteuerten Beissern mutieren lassen. Rick ist natürlich nach einer langen Komazeit noch nicht ganz auf der Höhe, kann aber fliehen und wird von einem Vater und dessen Sohn aufgenommen. Nach der Einführung in die Materie der Weltordnung (alle Kontinente verseucht, Auffanglager bestehen irgendwo jada jada jada) entschließt sich Rick seine Familie zu suchen. Da er der kleine Rick ein Kleverle ist und an den fehlenden Fotoalben in seiner Wohnung merkt, dass sie noch leben und keine Untoten wurden (Diese Kombinationsgabe in Ausnahmesituationen bewundere ich immer wieder. Quentin hatte das mit den drei Fingern. Bis heute glaube ich nicht, dass im dritten Reich das irgendwer wusste!!). Soviel kann man verraten, er findet sie.

So weit, so gut. Die Lösung der Zombiethematik ist hier gut gelungen. Stehen bei anderen Werken die Z´s mit ihrem geschlurfe im Vordergrund, geht es hier um die Menschen die vor der Bedrohung fliehen und einfach nur leben wollen. Kein großes Gesabere, wenig schlechte Blutaction , dafür schicke Charaktere die die erste Staffel mit sechs Folgen á 45 Minuten schnell vergehen lassen. Man muss sich zwar auf die Thematik Zombies einlassen, wird dann aber mit guten Storielines entschädigt und hatte eine nette Serie im Regal (oder im Gedächtnis wenn man leiht.)

Absolut empfehlenswert

14. März 2012. Buch, Serie. Hinterlasse einen Kommentar.

Ausgabe 2: Russendisko

Berlin schafft es immer wieder sich neu zu erfinden. Dies war so im Berlin der Zwanziger Jahre, nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg und ist heute mit ihrer Kulturlandschaft auf Höhe der Zeit – sagen zumindest einflussreiche Fuelltionisten. Russendisko, Schweighöfer, Mühe, Kinostart, Film, Kaminer

Eine Zeit die ebenfalls zum Facettenreichtum Berlins beitrug, waren die Jahre nach der Öffnung der Mauer und der Wiedervereinigung. In dieser Zeit spielt Wladimir Kaminers Geschichtensammlung „Russendisko“. Diese Sammlung von skurilen Geschichten und Anekdoten war der schriftstellerische Durchbruch des gebürtigen Moskauers.Nun wurde dieses Buch zur Vorlage des gleichnamigen Filmes und kommt am 29.März in die Lichtspielhäuser.

Die deutsche Allzweckwaffe Matthias Schweighöfer darf sich wiedermal als sympatischer und unbeholfener Schönling präsentieren, der mit seinem Charm versucht die Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Sein mittlerweile vierundzwanigster abendfüllender Kinofilm macht deutlich, dass eine Übersättigung an diesem Mimen bald eintreten wird. Damit er sich als Kaminer-Darsteller  nicht so ganz alleine fühlt, wurden ihm die deutschen Jungschauspieler Friedrich Mühe (zusammen mit Schweighöfer auch in Friendship!) und Christian Friedel (Das weisse Band) zur Seite gestellt. Die drei besten Freunde (sic!) versuchen in der Zeit der Maueröffnung im umstürzenden Deutschland, eine Existenz in Berlin aufzubauen. Dieses Unterfangen stellt sich überraschenderweise als relativ schwer heraus. Mehr brauch man über diesen Film nicht wissen. Mehr bleibt nach den 100 Minuten Kino-Fast-Food auch nicht hängen.
Von Beginn an stört die akzentfreie Schauspielleistung des Trios. Eine Erklärung warum sie dies so gut können, gibt es nicht. Dadurch wird es auch schwer zwischen den russischen Aussiedlern und ihren deutschen Mitmenschen zu unterscheiden. Hatte der Film Almanya noch eine sehr kreative und gute Lösung, bleiben dies die Hauptverantwortlichen für dieses Machwerk, Produzent Hahnheiser und Drehbuchautor Ziegenbalg, schuldig. Es ist nicht einfach eine Sammlung von Geschichten in einen Film mit roten Faden zu verwandeln; probieren sollte man es zumindest. Das Micha (gespielt von Mühe) dann bei seiner Passion Singen wieder vollständig russische Ferse von sich gibt, verwirrt den Zuschauer noch mehr. Im zughörigen Presseheft schreibt Hahnheiser:

„Ich wurde einmal mehr darin bestätigt, dass ein gutes Drehbuch die wichtigste Grundlage für einen guten Film ist.“

Hätte er mal weiter nach einem guten Drehbuch gefahndet.

Zumindest in der Ausstattung kann man dem Film nichts nachsagen. Hier wurde versucht viele kleine Dinge zu beachten und bei russischen Zuschauern den ein oder anderen Aha-Effekt zu erhaschen. Doch fällt dem Filminteressierten schnell auf, dass bei der Wahl der Außenkulisse die Berliner Straße der Filmstudios Babelsberg einmal mehr her halten musste. Wurde diese bei Inglourious Basterds umgebaut und man so noch zweimal hinsehen musste, hat man bei Russendisko ab der ersten Szene das Gefühl, man stehe wieder mit dem Pianisten innerhalb der bekannten Häuser.
Ein weiteres Plus sind die Gastauftritte von Wladimir Kaminer, der als russischer Radioarzt wirklich witzig ist. Hier blüht der Witz auf, leider bereichert dies nicht um die Ausgaben für eine Kinokarte zu rechtfertigen.

Solche Filme bezeichne ich meist als: Sonntags-Mittag-Pro7-Film. Um diesem Machwerk mit Humor und Freude zu begegnen, muss mal allerdings noch zusätzlich einen Kater auskurieren.

7. März 2012. Schlagwörter: , , , , , , , , . Buch, Film. Hinterlasse einen Kommentar.