Ausgabe 5: Gottschalk Live

Gottschalk Live, Gottschalk, Karven, Steffen Hensler, ARD, ZDF, Das Erste,

Waren das Zeiten: Der Fernseh hatte nur drei – vier Sender, samstags wurde nach Alter gebadet und Thomas Gottschalk begrüßte uns zu „Wetten dass…?“ . Herrlich.
Doch alles scheint zu schnell vorbei und schon ist der nette Herr Gottschalk nicht mehr beim ZDF, sondern hat sich einen schönen Sendeplatz im Ersten gesichert. Nur wie bei all seine jungen und alten Kollegen musste er sich daran gewöhnen, dass nicht Beliebtheit die Quoten bestimmt sondern der Zuspruch der Zuschauer und damit die Quote.
Nun wird das Studio im Berliner Humboldt Carré umgestaltet. Publikum soll Thomas Gottschalk zu neuen Quotenhöhen bewegen. So konnte ich meine Kindheitserinnerungen neu aufleben lassen und sicherte mir in der ersten Woche einen Platz in Gottschalks Wohnzimmer.

Die Bestellung

Eher der Zufall führte mich zur Info, dass man nun Karten erwerben konnte. In den weiten des Internets machte ein kleiner Artikel drauf aufmerksam, dass man über Grundy diese raren Tickets bekommt. Das Eventpublikum, welches sich Grundy bei DSDS, Supertalent, etc., ins Studio holte wusste es schon vorher, dank des Newsletters. Ist das Gottschalks Zielpublikum? Klatsch-und-Fußtrampel-Material? Allem Anschein.
Der Anruf war schnell getätigt (Kartenpreise eigentlich 5€/Gast) und da ich kurzfristig meine Zeitplanung darauf ausrichten konnte, bekam ich noch kostenlosen Zutritt. Dürfte in naher Zukunft nicht möglich sein. Alles wichtige dann per Email erhalten: Reservierungsbogen, Wegbeschreibung und AGBs. Es konnte also starten.

Die Ankunft

Warum der nette Herr Gottschalk seine Talkshow am Vorabend ohne Publikum machen wollte, wird einem bei Ankunft klar. Man sollte keinen Bevölkerungsdurchschnitt erwarten, hier ist die Couchgeneration angekommen: eine Gruppe Pädagogikstudentinnen, Beamtennerds und die obligatorische Mandy aus Berlin-Hellersdorf die in einer Weiterbildungsmaßnahme steckt. Herr Gotschalk wird seinen neuen Produzenten verfluchen.
Das Treiben auf den Studio Fluren kennt man irgendwie. Junge Menschen, die irgendwas mit Medien machen wollten, laufen hektisch und mit tiefen Augenringen am wartenden Fußvolk vorbei. Das Recht am eigenen Bild wird abgetreten – zumindest für die Sendung. Mit einer großen Geduld erklärt der Produktionsassistent jedem, was die auszufüllende Karte bedeutet. Hut ab, Herr Assi. Nach dem 30. immer noch die gleiche Ruhe zu haben, sollten sich die Damen von Karstadt mal abschauen. Nach einem Check wie am Flughafen („Damit wir da oben alle sicher sind“wtf?) geht es durch das Treppenhaus in den dritten Stock und kommt in das karge, karge Studio.

Die Sendung

Um den besten Blick zu haben, will natürlich jeder in die ersten Reihe. Der Produktionsassi verteilt nach Aussehen. Bin zufrieden als ich in die erste Reihe darf. Sehe ich das Publikum hinter mir, wird meine Freude allerdings stark relativiert.
Kumpel Thomas erscheint fünf Minuten vor Sendebeginn vorm seinem heutigen Bundesdurchschnitt und wärmt es auf. Die aktuelle Diskussion um seine Sendung setzt ihm zu, wie man nach den ersten drei Minuten merkt. Seine Freunde der schreibenden Presse hatten an diesem Tag bekannt gemacht, dass Überlegungen zur Absetzung der Sendung zum Sommer gestartet sind. Verständlicher Ärger bei Tommy, doch muss man mit Kritik umgehen können. Zehn Sekunden vor Sendestart knipst er sein Lächeln an – das isser, der Talkprofi.
Gäste der Sendung sind Ursula Karven (B-Schauspielerin) und Steffen Hensler (ZDF-Koch – andere Frage, kocht da irgendwer nicht?)
Frau Karven kann nicht überzeugen. Promo für ihren ARD-Film am kommenden Abend und die Selbstdarstellung im Playboy (sic!). Gottschalk spult die typischen Gags ab („lese den nur wegen Dalai Lama Interview“) und Ursula hat natürlich VOLLE Rückendeckung ihrer Familie. Geld spielte da sowieso nie eine Rolle.
Steffen Hensler, Typ Sonnyboy aus Hamburger Ecke, ist da schon ein sympatischer Zeitgenosse der mit Charme direkt mehr darstellt als seine Vorgängerin. Gut, wer insgesamt hohe Talkshowinhalte erwartete, ist hier falsch. Aber die Art und Weise wie Unser-aller-Tommy seine Gäste präsentiert und umgarnt ist schön mit anzusehen. Obwohl ich bisher nur zwei Sendungen gesehen hatte – die erste mit Lagerfeld und die Vortagessendung mit Frau Nick – merkt man den Spaß, welchen der Gastgeber nun endlich gefunden zu haben scheint.
Nach Verteilung von Sushi, wars dann vorbei. Kurze Verabschiedung – Tschö. Ich mach Wochenende.

Der Rest vom Schützenfest

Irgendwie fühlt man sich nach dem Konsum einer solchen Sendung, als hätte man Fast-Food genossen: Wars das jetzt wert? Eine hoffentlich wachsende Sendung, die aber wohl nie das geforderte Quotenziel erreichen wird. Wenigstens kann man für sich sagen, dass man den Versuch einer Showgröße gesehen hat, im Kleinen anzukommen.

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23. März 2012. Schlagwörter: , , , , , , . Berlin, Fernsehen, Sendung, Show. 2 Kommentare.

Ausgabe 4: Wronkong (Comet-Club 14.März 2012)

Wronkong Comet-Club BerlinGroße Stars kann jeder entdecken, doch die unbekannten Bands machen doch das Salz in der Suppe aus. Als Opa will ich meinen Enkeln sagen können: DIE hab ich damals in nem ganz kleinen Club gesehen. Aber es ist wie das Entdecken eines guten, nicht gehypten Buches – verdammt schwierig und die Ausfallquote ist enorm hoch.

In der letzten Woche konnte man im Kiez um das Schlesische Tor an einem lauen Mittwochabend viele Entdeckungen machen. So bot das Lido das dänische Trio Whomadewho. Der Magnet Club wartete mit der französichen Gruppe Pony Pony Run Run auf. Doch schafften meine Begleitung und ich, die absolut unbekannten Wronkong im Comet Club zu erleben.

Der Comet Club ist ein sehr angenehmes Umfeld, für ein kleines privates Konzert. Großzügig geschätzt, bekommt man zweihundert Besucher hinein und wäre dann ordentlich aufgeheizt. An diesem Abend schafften es knapp 50 Verwegene, das umliegende Programm zu ignorieren und sich auf das Abenteuer Wrongkong einzulassen.
Die deutsch-kanadische Truppe veröffentlichte zu Beginn des Jahres ihr mittlerweile drittes Studioalbum („so electric“) und führte dieses mit einer kleinen Tour durch Deutschland ein. Diese führt durch insgesamt dreizehn Städte. Den Abschluss findet diese Reise am 21.4. in Dresden. Nun zum Konzert.
Wrongkong (diese Ableitung stammt von Hong Kong – nicht King Kong!) haben sich mit ihrer Musik dem Electro-Pop verschrieben. Ihre Stücke sind teilweise energiegeladen aber ebenso lassen sie dem Zuhörer ruhige, melancholische Melodien geniessen.

Wronkong Sängerin Cyrena Dunbar Comet Club BerlinVon solch kleinen Konzerten sollte man nie zuviel erwarten, zumal  Wrongkong mit drei Alben, die eher in der Szene bekannt waren, bisher nicht auf die großen Bühnen gesehen wurden. Aber warum eigentlich?
Ihre Stücke haben viel Mithörpotential und ohne Vorkenntnisse der Arbeiten von Wronkong ist man schnell gefangen in dieser Mischung aus Pop und electronisch-housigen Beats. Die Anlehnung an den Mainstream sind sich die fünf Musiker – hoffentlich – voll bewusst, denn Wrongkong schöpfen das komplette Arsenal aus: griffige Melodien mit wenig schnick-schnack, eine attraktive Sängerin und die massenkompatiblen „Uh Uh“- und „Ah Ah“-Passagen. Und hier liegt der Knackpunkt, den man nach ca. ¾ des Konzertes spürt: Es hört sich vieles gleich an. Die Tempi der einzelnen Lieder ist sehr variabel und funktionieren auf ihre Weise, doch mit nur dieser Veränderung entwickelt sich nichts neues.

Fans von Moloko und Sophie Ellis Bextor finden hier eine recht unbekannte Band, die mit viel Glück den Weg in die Playlist der Radiostationen finden wird. Ihre aktuelle Singelauskopplung „my dearesr enemy“ hat guten  Wiedererkennungswert. Leider muss ich weiterhin auf die Entdeckung warten, um meine Enkel in ferner Zukunft zu beeindrucken.

 

Wrongkong Berlin Coemt Club März

21. März 2012. Schlagwörter: , , , , , , . Berlin, Comet Club, Konzert, Musik. Hinterlasse einen Kommentar.

Ausgabe 3: The walking dead

the walking dead, Robert Kirkman,Comic-Verfilmungen sind meistens so nötig für ne Wurzelbehandlung. Und weisen die gleichen Charakteristika auf: Es tut weh, hätte nicht sein müssen und man würde es gern hinter sich haben. So verhielt es sich in jüngster Zeit mit Thor, Green Hornet, Greent Lantern und anderen Versuchen. Doch neben solchen eher traurigen Versuchen, schaffen es auch besondere Stoffe ins Kino bzw. in die TV-Landschaft. Eine dieser Ausnahmen ist die vom US-Sender AMC adaptierte Serie The walking dead.

Robert Kirkman und Tony Moore schufen diesen Comicreihe und lieferten damit einen guten Plot, dem die filmische Reife gelang.
(Ich muss dazu sagen, die Comics kenne ich nicht. Hatte mich abgeschreckt zu lesen und bin mal bei einem Buch „The goon“ hängen geblieben. Werde mich dazu bestimmt ein anderes Mal auslassen. Aber weiter im Text)
The walking dead handelt von dem Police-Officer Rick Grimes (Andrew Lincoln), der – wie sollte es auch anderes sein – ein linientreuer Gesetzeshüter ist. Bei einer Verfolgungsjagd mit seinem Kollegen Shane errichten sie eine Straßensperre . Die Aktion gelingt zum Teil, da die bösen Buben zwar gestoppt werden können, Rick allerdings dabei angeschossen und schwer verwundet wird.
Als dieser wieder erwacht, hat eine seltsame Krankheit die Menschheit dahingerafft und zu triebgesteuerten Beissern mutieren lassen. Rick ist natürlich nach einer langen Komazeit noch nicht ganz auf der Höhe, kann aber fliehen und wird von einem Vater und dessen Sohn aufgenommen. Nach der Einführung in die Materie der Weltordnung (alle Kontinente verseucht, Auffanglager bestehen irgendwo jada jada jada) entschließt sich Rick seine Familie zu suchen. Da er der kleine Rick ein Kleverle ist und an den fehlenden Fotoalben in seiner Wohnung merkt, dass sie noch leben und keine Untoten wurden (Diese Kombinationsgabe in Ausnahmesituationen bewundere ich immer wieder. Quentin hatte das mit den drei Fingern. Bis heute glaube ich nicht, dass im dritten Reich das irgendwer wusste!!). Soviel kann man verraten, er findet sie.

So weit, so gut. Die Lösung der Zombiethematik ist hier gut gelungen. Stehen bei anderen Werken die Z´s mit ihrem geschlurfe im Vordergrund, geht es hier um die Menschen die vor der Bedrohung fliehen und einfach nur leben wollen. Kein großes Gesabere, wenig schlechte Blutaction , dafür schicke Charaktere die die erste Staffel mit sechs Folgen á 45 Minuten schnell vergehen lassen. Man muss sich zwar auf die Thematik Zombies einlassen, wird dann aber mit guten Storielines entschädigt und hatte eine nette Serie im Regal (oder im Gedächtnis wenn man leiht.)

Absolut empfehlenswert

14. März 2012. Buch, Serie. Hinterlasse einen Kommentar.

Ausgabe 2: Russendisko

Berlin schafft es immer wieder sich neu zu erfinden. Dies war so im Berlin der Zwanziger Jahre, nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg und ist heute mit ihrer Kulturlandschaft auf Höhe der Zeit – sagen zumindest einflussreiche Fuelltionisten. Russendisko, Schweighöfer, Mühe, Kinostart, Film, Kaminer

Eine Zeit die ebenfalls zum Facettenreichtum Berlins beitrug, waren die Jahre nach der Öffnung der Mauer und der Wiedervereinigung. In dieser Zeit spielt Wladimir Kaminers Geschichtensammlung „Russendisko“. Diese Sammlung von skurilen Geschichten und Anekdoten war der schriftstellerische Durchbruch des gebürtigen Moskauers.Nun wurde dieses Buch zur Vorlage des gleichnamigen Filmes und kommt am 29.März in die Lichtspielhäuser.

Die deutsche Allzweckwaffe Matthias Schweighöfer darf sich wiedermal als sympatischer und unbeholfener Schönling präsentieren, der mit seinem Charm versucht die Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Sein mittlerweile vierundzwanigster abendfüllender Kinofilm macht deutlich, dass eine Übersättigung an diesem Mimen bald eintreten wird. Damit er sich als Kaminer-Darsteller  nicht so ganz alleine fühlt, wurden ihm die deutschen Jungschauspieler Friedrich Mühe (zusammen mit Schweighöfer auch in Friendship!) und Christian Friedel (Das weisse Band) zur Seite gestellt. Die drei besten Freunde (sic!) versuchen in der Zeit der Maueröffnung im umstürzenden Deutschland, eine Existenz in Berlin aufzubauen. Dieses Unterfangen stellt sich überraschenderweise als relativ schwer heraus. Mehr brauch man über diesen Film nicht wissen. Mehr bleibt nach den 100 Minuten Kino-Fast-Food auch nicht hängen.
Von Beginn an stört die akzentfreie Schauspielleistung des Trios. Eine Erklärung warum sie dies so gut können, gibt es nicht. Dadurch wird es auch schwer zwischen den russischen Aussiedlern und ihren deutschen Mitmenschen zu unterscheiden. Hatte der Film Almanya noch eine sehr kreative und gute Lösung, bleiben dies die Hauptverantwortlichen für dieses Machwerk, Produzent Hahnheiser und Drehbuchautor Ziegenbalg, schuldig. Es ist nicht einfach eine Sammlung von Geschichten in einen Film mit roten Faden zu verwandeln; probieren sollte man es zumindest. Das Micha (gespielt von Mühe) dann bei seiner Passion Singen wieder vollständig russische Ferse von sich gibt, verwirrt den Zuschauer noch mehr. Im zughörigen Presseheft schreibt Hahnheiser:

„Ich wurde einmal mehr darin bestätigt, dass ein gutes Drehbuch die wichtigste Grundlage für einen guten Film ist.“

Hätte er mal weiter nach einem guten Drehbuch gefahndet.

Zumindest in der Ausstattung kann man dem Film nichts nachsagen. Hier wurde versucht viele kleine Dinge zu beachten und bei russischen Zuschauern den ein oder anderen Aha-Effekt zu erhaschen. Doch fällt dem Filminteressierten schnell auf, dass bei der Wahl der Außenkulisse die Berliner Straße der Filmstudios Babelsberg einmal mehr her halten musste. Wurde diese bei Inglourious Basterds umgebaut und man so noch zweimal hinsehen musste, hat man bei Russendisko ab der ersten Szene das Gefühl, man stehe wieder mit dem Pianisten innerhalb der bekannten Häuser.
Ein weiteres Plus sind die Gastauftritte von Wladimir Kaminer, der als russischer Radioarzt wirklich witzig ist. Hier blüht der Witz auf, leider bereichert dies nicht um die Ausgaben für eine Kinokarte zu rechtfertigen.

Solche Filme bezeichne ich meist als: Sonntags-Mittag-Pro7-Film. Um diesem Machwerk mit Humor und Freude zu begegnen, muss mal allerdings noch zusätzlich einen Kater auskurieren.

7. März 2012. Schlagwörter: , , , , , , , , . Buch, Film. Hinterlasse einen Kommentar.

Ausgabe 1: 20 Jahre INTRO-Magazin

 Vor mir liegt es nun, die Ausgabe #200 des INTRO-Magazins. Bisher fiel mir dieses Magazin nicht wirklich auf, außer das dieser Verlag auch für die Publikation des hervorragenden 11Freunde – Magazins verantwortlich ist.
Das Intro-Magazin ist ein kostenloses Magazin, welches sich hauptsächlich durch Werbanzeigen finanziert und sich mit verschiedenen Veranstaltungsreihen wie z.B. dem MELT!-Festival in der Szene des Indipendent einen Namen gemacht hat. Zum 20jährigen Jubiläum der ersten Ausgabe, sammelten sich zur Gratulation verschiedene Künstler, Bands und Djs am 2.3.2012 in der Columbiahalle und dem C-Club zu Berlin.

Für mich war dieses Mini-Festival ein Sprung ins Ungewisse. Bis auf die Headliner Maximo Park kannte ich nicht nicht einen Act. Das sollte mich aber nicht hindern einen sehr interessanten und erhellenden Abend zu haben.

Unsere kleine Reisegruppe begab sich nun auf dieses Fest, direkt am ehemaligen Flughafen Tempelhof. Als Plan stand logischerweise fest, so viele Programmpunkte wie möglich mitzunehmen und die 23€ voll aus zu kosten. Den Anfang sollte ein Mann machen, den ich bisher nur vom Sonnendeck kannte:

PeterLicht

Dieser wird gern als Phantom der Popper gesehen, da es von ihm in den ersten vier Jahren seiner Karriere keine Bilder oder Filmaufnahmen gab. Wichtige Preise nahm schon mal ein Freund an, da PeterLicht dieses öffentliche Leben nicht wollte. Allerdings muss auch gesagt werden, wer in die künstlerische Schiene geht sollte damit rechnen, dass seine Gesichtszüge in Zeitungen, Magazinen oder TV-Beiträgen zu sehen ist. Aber egal.

Vor uns stand nun ein kleiner Mann, der die Ausstrahlung eines Sachbearbeiters A-F der BKK für Heilberufe ausstrahlte. Seine sehr speziellen Texte handelten von philosophischen Themen, die zum Einstieg in einen Musikabend nicht wirklich geeignet waren. Nach einem gefühlten 15minütigen Stück mit eher zusammenhanglosen Wörtern beschlich mich der Gedanke, einen eher grausamen Abend vor mir zu haben. Meine Begleitung machte nun den Vorschlag in den kleinener C-Club zu gehen und uns Little boots zu zu wenden.

Es ging also über den liebevollen Übergangshof zwischen der Columbia- und dem C-Club. Die drei aufgestellten Stände erinnerten eher an den Weihnachtsmarkt von Ober-Roda, es war aber zweckdienlich für Speis und Trank gesorgt. Zu entsprechenden Preisen.

Little boots

Dieses Projekt besteht eigentlich nur aus Victoria Christina Hesketh, die sich aber zur Unterstützung auf der Bühne, noch einen Keyborder, einen Drummer und eine junge Dame an der Leadgitarre zur Seite stellte.
Ihre Mischung des Elektro-Brit-Pop ist mit sehr eingängigen Melodien gesegnet, und lässt den Fuß leicht mitwippen. Vor allem klingt jeder Song so, dass man meint ihn irgendwo schon gehört zu haben. Nichts was länger im Ohr bleibt, dennoch kompatibel in diesen Abend hinein passte.

Nach dem kompletten Gig dieser netten blonden jungen Dame, konnten wir nun wieder den Rückweg antreten um den Headliner in der großen Halle, Maximo Park, zusehen. Allerdings hat uns der allmächtige Konzert- und Bookinggott noch einen weiteren Deutsch-Philosophen mit seiner Klampfe gesetzt:

Thees Ullmann

Wieder ein deutscher Liedermacher mit seinem überdimensionalen Eierschneider aus Holz. Na herrlich! Und das soll hier eine Party sein, die das Jubiläum eines Musikmagazins feiern sollte? Wohl eher die Beerdigung.
Ich fand mich schon damit ab, dass ich nach Little boots und dem anstehenden Auftritt von den Headlinern nicht mehr allzu viel erwarten durfte.
Der Schwiegermamasliebling Ullmann erzählte uns von Lachsen die zum Laichen und sterben die Flüsse hinaufziehen. Wieviel Club Mate musste man in Neukölln eigentlich getrunken haben um so drauf zu kommen? Überraschend war nun nicht, dass Licht und Ullmann sich schon länger kennen. Wahrscheinlich sind auf der gleichen Station behandelt worden. Der dritte im Bunde ist der nicht anwesende Casper, der von Thees über den Klee gelobt wurde. Wiederum ein Grund, seine Alben von meiner „Noch-zu-hören-Liste“ zu streichen.

Nach einer wirklich kurzen und sehr entspannten Umbauphase kamen, der für mich, Hauptgrund dieses Abends auf die Bühne:

Maximo Park

Diese fünf Jungs aus Newcastle wussten von Beginn an, was die Leute vor der Bühne wollten: Harte Riffs, schneller Sound und das ganze möglichst dreckig. Ihr „Girls who play guitars“ zeigte sofort wohin ihr Abend gehen würde. Der Mann mit der Mütze (Paul Smith) schaffte es sehr schnell die Maßen zum hüpfen zu bewegen und jeder Ihrer Songs ging dahin wo er hin sollte: in die Ohren und von da aus in die Beine.
Nach einigen mir eher unbekannten Stücken, kam nun der Song weswegen ich eigentlich hier war: „Books from boxes“. So ein Lied mal laut, live und groß zu hören machte Spaß und entschädigte dann irgendwo doch wieder.

Doch bald musste wieder Abwechslung her und somit ging die Reise ein letztes Mal in den C-Club wo schon seit geraumer Zeit die Member der Simian Mobile Disco auf uns warteten.

Simian Mobile Disco

Wer Alben der Produzenten Jas Shaw und James Ford kennt, konnte sich nun von deren Live-Sound überraschen lassen.
Die eher ruhigen und housigen Tracks des Duos waren hier nicht gefragt. Uns begrüßten schon treibende Beats und Loops, die im Zusammenhang mit Simian mobile disco so nicht zu erwarten waren.
Die Jungs hatten die Menge so im Griff, dass egal welcher Beat, egal welche Drum oder egal welche Richtung der elektronischen Musik eingeschlagen wurde, sich alle dieser hingaben. Die zwei Plattenleger (die leider keine Platten hatten, sondern wie viele elektronische Aufleger sich nur noch mit Laptop oder entsprechenden Playern auftauchten) verstanden es hervorragend ekstatische mit ruhigeren Phasen zu kombinieren und somit ihr 90minütges Set nicht eine Minute langweilig zu gestalten.

So langsam schien sich der Eintrittspreis gelohnt zu haben, doch die Überraschung des Abends war

Mike Skinner

Der Mastermind hinter der Trip-Hop Hip-Hop Band The Streets konnte zu Beginn seines Sets nicht wirklich überzeugen. Es schien als habe er mit der Technik zu kämpfen, die wohl nicht nach seinem Gusto installiert worden zu sein. Doch dieser Eindruck wurde ab dem vierten Track revidiert. Konnte man zu den ersten houselastigen Songs noch kopfnickend in der Ecke stehen, forderte der erste richtige Bass des Sets die Zuörer auf endlich den Finger aus dem Arsch zu nehmen. Skinner kombinierte fiesesten Drum n Bass mit schnellen Jungelstücken um dann dem tanzenden Volk mit gradlinigem Techno zu zeigen wer der ist, der die Hosen an hat. Der Musik-Nerd erarbeitete sich Übergänge zwischen den einzelnen Tracks, dass es nur so eine Freude war.

Da der Uhrzeiger unaufhaltsam gegen den frühen Morgen wanderte, fiel der Entschluss diesen Abend hier zu beenden. Hatten wir doch von elf anwesenden Künstlern und Bands sechs gesichtet und mehr oder weniger für gut erachtet.
Mit leicht zermatschten Trommelfellen (nur wer zwei Meter von der Bass-Box steht kann es mit Chuck Norris aufnehmen) schlenderten wir zum Platz der Luftbrücke und dann Richtung Betten. Wie immer in dieser Stadt ist vor der Ruhe erst eine lange Fahrt gestellt, aber eines konnten wir uns sicher sein: Dieser Eintrittspreis hatte sich gelohnt und entsprach auch dem Spektrum des Intro-Magazins. Nicht alles muss dem Leser- bzw. Zuhörer gefallen, aber gut aufbereitet und schmackhaft sollte es sein. Weiter so Jungs und Mädels, auf die nächsten 200 Ausgaben!

5. März 2012. Schlagwörter: , , , , , , , , , , , . Konzert, Musik. Hinterlasse einen Kommentar.

Ausgabe 0

Hallo Welt! – Ich könnte kotzen.

Das sagt zumindest der vorgefertigte Eintrag hier. Was soll man davon bloss halten? Hat die Welt auf mich gewartet? Ist meine Abwesenheit dran Schuld, dass die Welt so herunter gekommen ist? Ich hoffe es nicht. Diese Last wäre wohl zu groß. Selbst für nen Sitzriesen.

Zumindest eines ist sicher, hier soll absofort alles stehen was mich interessiert und welche Orte ich mit meiner Anwesenheit beehrt habe. Nicht alles, aber zumindest Alles ausser TV.

...immer 2x

 

 

5. März 2012. Gedanken. Hinterlasse einen Kommentar.

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