Ausgabe 4: Wronkong (Comet-Club 14.März 2012)

Wronkong Comet-Club BerlinGroße Stars kann jeder entdecken, doch die unbekannten Bands machen doch das Salz in der Suppe aus. Als Opa will ich meinen Enkeln sagen können: DIE hab ich damals in nem ganz kleinen Club gesehen. Aber es ist wie das Entdecken eines guten, nicht gehypten Buches – verdammt schwierig und die Ausfallquote ist enorm hoch.

In der letzten Woche konnte man im Kiez um das Schlesische Tor an einem lauen Mittwochabend viele Entdeckungen machen. So bot das Lido das dänische Trio Whomadewho. Der Magnet Club wartete mit der französichen Gruppe Pony Pony Run Run auf. Doch schafften meine Begleitung und ich, die absolut unbekannten Wronkong im Comet Club zu erleben.

Der Comet Club ist ein sehr angenehmes Umfeld, für ein kleines privates Konzert. Großzügig geschätzt, bekommt man zweihundert Besucher hinein und wäre dann ordentlich aufgeheizt. An diesem Abend schafften es knapp 50 Verwegene, das umliegende Programm zu ignorieren und sich auf das Abenteuer Wrongkong einzulassen.
Die deutsch-kanadische Truppe veröffentlichte zu Beginn des Jahres ihr mittlerweile drittes Studioalbum („so electric“) und führte dieses mit einer kleinen Tour durch Deutschland ein. Diese führt durch insgesamt dreizehn Städte. Den Abschluss findet diese Reise am 21.4. in Dresden. Nun zum Konzert.
Wrongkong (diese Ableitung stammt von Hong Kong – nicht King Kong!) haben sich mit ihrer Musik dem Electro-Pop verschrieben. Ihre Stücke sind teilweise energiegeladen aber ebenso lassen sie dem Zuhörer ruhige, melancholische Melodien geniessen.

Wronkong Sängerin Cyrena Dunbar Comet Club BerlinVon solch kleinen Konzerten sollte man nie zuviel erwarten, zumal  Wrongkong mit drei Alben, die eher in der Szene bekannt waren, bisher nicht auf die großen Bühnen gesehen wurden. Aber warum eigentlich?
Ihre Stücke haben viel Mithörpotential und ohne Vorkenntnisse der Arbeiten von Wronkong ist man schnell gefangen in dieser Mischung aus Pop und electronisch-housigen Beats. Die Anlehnung an den Mainstream sind sich die fünf Musiker – hoffentlich – voll bewusst, denn Wrongkong schöpfen das komplette Arsenal aus: griffige Melodien mit wenig schnick-schnack, eine attraktive Sängerin und die massenkompatiblen „Uh Uh“- und „Ah Ah“-Passagen. Und hier liegt der Knackpunkt, den man nach ca. ¾ des Konzertes spürt: Es hört sich vieles gleich an. Die Tempi der einzelnen Lieder ist sehr variabel und funktionieren auf ihre Weise, doch mit nur dieser Veränderung entwickelt sich nichts neues.

Fans von Moloko und Sophie Ellis Bextor finden hier eine recht unbekannte Band, die mit viel Glück den Weg in die Playlist der Radiostationen finden wird. Ihre aktuelle Singelauskopplung „my dearesr enemy“ hat guten  Wiedererkennungswert. Leider muss ich weiterhin auf die Entdeckung warten, um meine Enkel in ferner Zukunft zu beeindrucken.

 

Wrongkong Berlin Coemt Club März

Advertisements

21. März 2012. Schlagwörter: , , , , , , . Berlin, Comet Club, Konzert, Musik. Hinterlasse einen Kommentar.